Wusstest Du schon, dass Mainz...?

Steilste Strecke Deutschlands, Sand im Getriebe und eine besondere Auszeichnung - hier erfahrt Ihr 6 interessante Fakten über die Straßenbahn in Mainz.

Wusstest Du schon, dass Mainz...?

Nach Ebersheim, in die Oberstadt oder gleich über die Theodor-Heuss-Brücke? In den vergangenen Jahren wurden immer wieder neue Pläne vorgestellt, das Mainzer Straßenbahn-Netz zu erweitern. Kein Wunder: Seit 1883 ist die Tram aus dem Mainzer Verkehr nicht mehr wegzudenken. Wir stellen Euch 6 Fakten zur Mainzer Straßenbahn vor, die Ihr vielleicht noch nicht wusstet.

Steil gehen

In der Gaustraße muss die Straßenbahn eine Steigung von 9,549 Prozent bewältigen. Damit trägt die Mainzer Straßenbahn seit 2004 den Titel: „Steilste Straßenbahn Deutschlands“.

Tram durch Augustinerstraße

In Mainz gab es nach dem Zweiten Weltkrieg noch neun Straßenbahnlinien auf insgesamt 31 Kilometern. Mit dem Wirtschaftswunder verlor der ÖPNV im Laufe der späten 50er- und 60er-Jahre an Bedeutung, Autos waren nun für immer mehr Leute bezahlbar. Das Straßennetz wurde ausgebaut, die Gleise mussten weichen. Aus heutiger Sicht ist es kurios, doch die Straßenbahn fuhr in den 50er-Jahren sogar mitten durch die Innenstadt: Selbst in der Augustinerstraße waren Gleise, wie dieses Foto zeigt:

Durch enge Gassen

1883 fuhr die erste Straßenbahn durch Mainz. Sie wurde von Pferden gezogen und fuhr vom Feldbergplatz fast bis zum heutigen Cinestar.

Besser auf Gras?

Das 29 Kilometer lange Gesamtstreckennetz der Mainzer Straßenbahn besteht zu 19 Prozent aus Rasengleisen. Der Großteil davon liegt auf der Strecke zwischen dem Hauptbahnhof und dem Lerchenberg: 50 Prozent der Schienen dort sind mit Gras aufgefüllt. Doch warum nicht überall? Denn schließlich machen Rasengleise einiges her - und sind auch noch schallmindernd.

Das hat zwei Gründe: Zum einen ist Gras zwischen den Straßenbahngleisen einfach teurer, zum anderen werden Schäden an den Schienen häufig nicht so schnell gesehen.

Erfolgreiche Mainzelbahn

Staus, Umleitungen, Verkehrschaos: Als das Mainzelbahnnetz bis 2016 gebaut und damals die halbe Stadt umgegraben wurde, war das Projekt bei vielen Mainzern nicht gerade beliebt. Im Jahr 2015 wählten die Merkurist-Leser „Mainzelbahn-Baustelle“ zum Unwort des Jahres, im Jahr 2016 war es „Mainzelbahn“ und auch 2017 noch „Schienenersatzverkehr“.

Doch mittlerweile wird die Mainzelbahn von vielen als Erfolgsgeschichte wahrgenommen. 2018 gewann die Stadt Mainz für das Projekt sogar den Deutschen Schienenverkehrspreis.

Warum liegt hier eigentlich Sand?

Sand unter den Füßen erwartet man vielleicht im Urlaub, aber nicht in einer Mainzer Straßenbahn. Umso überraschender war es, dass im Oktober 2018 eine Straßenbahn Richtung Lerchenberg voll mit feinem weißen Sand war. Doch warum?

Tatsächlich ist Sand in der Straßenbahn erst einmal nichts Besonderes – normalerweise liegt er nur nicht auf dem Fußboden verteilt. In allen Bahnen befinden sich mehrere Sandbehälter, je nachdem, wie viele Achsen sie haben. Wenn die Fahrzeuge bremsen, gelangt der Sand in die Radanlagen. Denn die Körner erzeugen mehr Reibung zwischen Rädern und Schienen und helfen den Straßenbahnen so beim Bremsen. Doch warum wurde der Sand an diesem Tag in der Straßenbahn verteilt? Die Sandbehälter sind für die Fahrgäste eigentlich nicht zugänglich, wie ein Pressesprecher der Mainzer Mobilität damals erklärte. „Anscheinend hat aber jemand einen davon unerlaubt geöffnet.“

Wusstest du schon, dass Mainz…? Hier, hier und hier haben wir Euch bereits weitere interessante Fakten über Mainz vorgestellt. (pk)

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