So sah Mainz in den 70ern aus

Kaum zu glauben: Die 70er-Jahre sind mittlerweile ein halbes Jahrhundert her. Seitdem hat sich Mainz stark verändert. In unserer Serie stellen wir euch die Unterschiede zwischen damals und heute vor. Heute: Teil 4.

So sah Mainz in den 70ern aus

Man fuhr VW Golf, trug Schlaghosen und Plateauschuhe und hörte Discomusik: Das und vieles mehr waren die 70er-Jahre. Doch wie sah Mainz in dieser Zeit aus? Wir geben euch einen Überblick. Im ersten, zweiten und dritten Teil unserer Serie haben wir euch bereits einige Veränderungen im Mainzer Stadtbild gezeigt. Im vierten Teil gibt es weitere Unterschiede.

Open Ohr

In den vergangenen zwei Jahren konnte das „Open Ohr“-Festival auf der Zitadelle wegen der Corona-Pandemie nicht wie gewohnt stattfinden. In den Jahrzehnten zuvor war das nie passiert: Von 1975 bis 2019 fand das Festival in jedem Jahr statt. Fotograf Gerd Eichmann war im fünften Jahr 1979 dabei, das damalige Motto lautete „Macht, Druck & Co“. Eichmann knipste Bilder, die ein wenig an Hippie-Festivals wie Woodstock erinnern.

Auch bekannte Künstler wie Hanns Dieter Hüsch traten 1979 auf.

Höfchen/Markt

Im dritten Teil unserer Serie zeigten wir euch den Brunnen am Höfchen mit Blick auf die Ludwigsstraße, dieses Mal schauen wir in die andere Richtung. Das Bild von Gerd Eichmann stammt auch aus dem Jahr 1975.

Der Wochenmarkt, die Flaggen und die Aufschrift von „Buttler“-Schuhe dürften euch sehr bekannt vorkommen. Anders sieht es hinten rechts mit „Möbel Hess“ aus. Später zog „Listmann“ in die Räume, heute befindet sich dort das Modegeschäft „Sinn“. Auch die Gebäude selbst haben sich stark verändert. Nach Plänen des Architekten Wolfram Becker wurden die historischen Fassaden von Markt 19 und 21 wiederhergestellt und Markt 23-29 neugestaltet. Beim Eckhaus orientierte sich Becker an dem klassizistischen Bau von 1816, der dort bis Ende des 19. Jahrhunderts gestanden hatte. Klein im Bild ist übrigens auch die Heunensäule zu sehen, die erst in diesem Jahr 1975 auf dem Markt aufgestellt wurde – zum 1000-jährigen Dombaujubiläum.

So sieht es an dieser Stelle heute aus:

Campus

Im Jahr 1946 wurde die Johannes Gutenberg-Universität von den französischen Besatzern gegründet – etwa 150 Jahre, nachdem die alte Universität unter französischer Herrschaft geschlossen worden war. Seit der Neugründung auf dem ehemaligen Gelände der Flak-Kaserne Mainz hat sich die Uni Mainz immer weiter vergrößert und auch verändert. Manches aber blieb länger erhalten, als man es eigentlich geplant hatte.

Im Jahr 1975 wurde das SB II eröffnet. Der Name steht für „Sonderbau“ bzw. „Schnellbaumaßnahme“ und war eigentlich nur als provisorische Übergangslösung gedacht, um die Raumnot zu beheben. Nach fünf Jahren sollte der Bau wieder abgerissen werden – und steht bis heute auf dem Campus. Das folgende Bild zeigt das Gebäude im Jahr seiner Eröffnung.

Schon seit 1968 ziert die Plastik „Mann mit Pferd“ von Reinhold Petermann den Eingang zum Philosophicum. Seitdem saßen Tausende von betrunkenen Studenten auf seinem Rücken und noch mehr dürften sich gefragt haben, warum da überhaupt ein Pferd vor dem Philosophicum steht. Der Künstler sagte einmal dazu, dass er kein bestimmtes Pferd darstellen wollte, sondern „die Summe aller Pferde“. Auch wenn zwischen 1975 und heute viel um das Philosophicum herum gebaut wurde, hat sich zumindest in diesem kleinen Ausschnitt kaum etwas geändert.

Einen neuen Anstrich hat seitdem das Forum bekommen. Hier sieht man auch die Gutenberg-Büste, die seit der Wiedergründung der Mainzer Uni im Eingangsbereich des Campus steht.

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