Diese Mainzer Originale fehlen einfach

Sie wurden in Mainz zu Legenden: In unserer Serie stellen wir euch Mainzer Größen aus Fastnacht, Politik und Gesellschaft vor, die leider nicht mehr leben. Heute: Teil 4

Diese Mainzer Originale fehlen einfach

Im vierten Teil unserer Legenden-Serie stellen wir euch vier Mainzer Originale vor, die leider nicht mehr unter uns sind (zu Teil 1, Teil 2 und Teil 3).

Ralf Möhlenkamp

Dass Ralf Möhlenkamps Weg in die Gastronomie führen würde, war schnell klar: Schon seine Eltern führten die Gaststätte „Zum Schlegelkrug“ und zuletzt eine Großkantine in Mombach. 1958 in der Mainzer Neustadt geboren und aufgewachsen, übernahm Möhlenkamp nach der Schule einen Teil des Unternehmens. Dann folgte seine erste eigene Gaststätte: Drei Jahre lang führte er eine Kneipe am Kaiser-Wilhelm-Ring 2. Es folgten Kneipen im Bahnhof und in der Gaustraße, ehe er 2008 das „Kaiser Wilhelm Eck“ übernahm.

Neun Jahre lang führte er die Kneipe in der Neustadt. Sein trockener Humor und seine herzliche, aber kantige Art machten ihn zu einem echten Mainzer Original. Im März 2018 starb Möhlenkamp an Lungenkrebs.

Nick Benjamin

Nick Benjamin (geboren 1946) war Rundfunk-Sprecher bei der ARD und dem ZDF, außerdem Sänger, Moderator, Schauspieler und Ringsprecher bei Boxkämpfen. Er trat regelmäßig als Barde und Büttenredner in der Mainzer Fastnacht auf, hauptsächlich bei den „Bohnebeitel“, unter anderem mit den Liedern „Mombacher Mädsche“ und „Ich hol’ für Dich die Füllung aussem Kreppel“.

Benjamins Stimme ist auch im 2006 erschienen Computerspiel Gothic 3 zu hören. Von 2006 bis 2017 spielte er im Mainzer Unterhaus im Musical Feucht & Fröhlich. Nick Benjamin lebte in Heidesheim-Heidenfahrt und starb im November 2018 nach langer Krankheit im Alter von 72 Jahren. Bei der folgenden Bohnebeitel-Sitzung 2019 erinnerte der Fastnachter Helmut Schlösser mit einer Interpretation des Songs „Mombacher Mädsche“ an Benjamin. Das Publikum reagierte mit Standing Ovations, auch Sitzungspräsident Heinz Meller lobte: „Wir danken dir für diese schöne Idee zum Schluss deines Vortrags.“

Jakob „Jockel“ Fuchs

Spätestens sein Vorschlag an die englische Königin („And now we go enunner in die Druckerwerkstatt“) bei ihrem Mainz-Besuch 1978 machte den ehemaligen Mainzer Oberbürgermeister Jockel Fuchs zur Kultfigur. 22 Jahre lang hatte er das höchste Amt in Mainz inne und auch heute noch erinnert vieles an den Politiker: Der Platz am Rathaus ist nach Fuchs benannt, das Rathaus inoffiziell auch („Fuchsbau“) und an der Heunensäule auf dem Marktplatz ist eine kleine Hommage an den Politiker versteckt.

Unten im Bild sieht man Jockel Fuchs bei der Weinmarkt-Eröffnung 1975.

Joschy

„Viele Mainzer Bürgerinnen und Bürger kannten ihn und hatten ihn in ihr Herz geschlossen. Viele Jahre saß Joschy mit seinem Hund Kira in der Innenstadt an seinem Platz schräg gegenüber dem Staatstheater.“ So erinnerte Professor Gerhard Trabert vom Verein Armut und Gesundheit im Frühjahr 2020 an Joschy. Trabert kannte ihn mehr als 20 Jahre lang persönlich. „Er war ein liebenswerter, sensibler und liebevoller Mensch.“ Der bekannte Wohnungslose war im April 2020 nach langer schwerer Krankheit verstorben.

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