Diese Mainzer Lokale werden schmerzlich vermisst

Manche Lokale kommen und gehen und man merkt es gar nicht. Bei diesen ist es anders: Wir stellen euch frühere Kneipen und Bars vor, die im Mainzer Nachtleben fehlen. Heute: Teil 4.

Diese Mainzer Lokale werden schmerzlich vermisst

Die Jahre 2020 und 2021 waren für die Gastronomie wohl die schwersten überhaupt. Immer wieder mussten die Lokale wegen der Corona-Pandemie schließen. Seit Ende Mai darf die Außengastronomie in Mainz wieder öffnen, seit Anfang Juni auch die Innengastronomie.

Doch einige Lokale gab es schon vor der Corona-Pandemie nicht mehr. In unserer Serie stellen wir euch Kneipen und Bars vor, die in den vergangenen Jahrzehnten schließen mussten – und die wir schmerzlich vermissen. Im ersten, zweiten und dritten Teil haben wir euch bereits frühere Lokale vorgestellt, hier sind vier weitere, die im Mainzer Nachtleben fehlen:

Chilli Pepper

Es war sogar das Mainzer Lieblingslokal von BVB-Boss Joachim Watzke: das „Chilli Pepper Rock Café“. Doch Ende 2019 machte das Kult-Lokal in der Rheinstraße nach 13 Jahren zu. In dieser Zeit sammelte Chef Andreas Kugel-Mayer Spendengelder in Höhe von 220.000 Euro für wohltätige Zwecke.

Das Aus verkündete Kugel-Mayer mit einem Facebook-Post: „Ein episches Kapitel neigt sich langsam dem Ende! Wir haben uns dazu entschlossen, das ‘Chilli Pepper Rock Cafe Mainz’ zum Ende des Jahres 2019 zu schließen. Wir danken allen für die letzten gemeinsamen 13 Jahre.“ Wie Kugel-Mayer gegenüber Merkurist sagte, habe er das „Chilli Pepper“ aus Altersgründen aufgegeben.

Flehlappe

Fastnachter und Mainz-05-Fans gehörten zu den Stammkunden im Weinhaus Quintin „Flehlappe“ in der Kleinen Quintinsstraße. Ende 2016 machte Chef Achim Mans nach zehn Jahren zu. Als eine der wenigen Kneipen in Mainz richtete der Flehlappe eigene Fastnachtssitzungen aus. Das Gasthaus hatte sogar eine jahrhundertelange Tradition. Zunächst war offen, wie es mit der Kneipe weitergeht, doch einen regulären Gastro-Betrieb gibt es seit dem Aus nicht mehr. Im Oktober 2018 wurde bekanntgegeben, dass die ehemalige Kneipe in den Pflegebetrieb des benachbarten Altenheims integriert wird.

Schillerklause

Die „Schillerklause“ von Kultwirtin Ulli war vor allem an Fastnacht ein beliebter Treffpunkt. Doch Ende März 2019 kam das Aus für die Kneipe. Aus privaten Gründen habe Ulli die Kneipe geschlossen, sagte ihr Nachfolger gegenüber Merkurist. Auf die „Schillerklause“ folgte im Sommer 2019 die Bierbar „Oro Negro“, die aber in eine andere Richtung geht – „offener, moderner, familienfreundlicher“.

Bodega

Wer im „Bodega Valencia“ in der Holzstraße Tapas, Paella und spanische Weine erwartete, wurde erst einmal enttäuscht. Stattdessen wartet auf die Gäste etwas anderes: ein zweites Wohnzimmer. 2002 übernahm Kultwirtin Barbara Hofmann („Betty“) die Hinterhofkneipe, nachdem sie zuvor 22 Jahre im Weinhaus Bacchus gearbeitet hatte. 99 Prozent der Gäste waren Stammkunden, tranken Bier, spielten Skat oder schauten Bundesliga, erzählte Betty einmal gegenüber Merkurist. Ende 2017 hörte sie schließlich auf.

Drei Jahre später starb Betty völlig überraschend im Alter von 67 Jahren. Im früheren Bodega eröffnete zunächst das Weinhaus Templer, vor kurzem eröffnete Koch Jonas Berger das „Jonas im Templer“.

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