5 Dinge, die man nur kennt, wenn man aus Mainz kommt

Blues Brothers, schiefe 112 und siebtes Gleis: Hier sind fünf Dinge, die nur echte Mainzer kennen.

5 Dinge, die man nur kennt, wenn man aus Mainz kommt

Gutenberg ist weltbekannt, die Mainzer Fastnacht lockt an Rosenmontagen bis zu 500.000 Menschen in die Stadt. Doch es gibt auch Dinge, die nur echte Mainzer kennen. In Teil 1, Teil 2 und Teil 3 haben wir euch schon einige Mainz-Insider gezeigt, jetzt kommen fünf weitere hinzu.

Schiefe 112

Wer auf der Rheinallee aus Mombach Richtung Neustadt fährt, kann an ihm gar nicht vorbeischauen: dem roten Container auf der Feuerwache. Besonders wegen seiner schiefen „112“ fällt er auf. Wurde hier etwa beim Bau gepfuscht?

Nein. Der rote Container erfüllt seinen Zweck, genauso wie die schiefe Nummer. Als die neue Feuerwache II im Jahr 2014 eingeweiht wurde, sollte die Container-Optik eine Art „Kunst am Bau“ darstellen. Untergebracht sind in dem roten Quader die Technikzentrale und die Heizung der Feuerwache II. Diese Technikzentrale nimmt Bezug auf das früher gegenüberliegende Containerterminal im Zollhafen. Mit der Fassade aus versetzt gestapelten Containern soll an die alten Häfen erinnert werden. Die „krumme 112“ verstärkt wiederum die Stapelstruktur der Containeroptik.

Außerdem gibt es einen weiteren Grund für die krumme Notrufnummer: Der Einprägungsgrad der Notrufnummer erhöht sich.

Blues Brothers

Für viele gehörten sie zum Stadtbild wie der Dom oder die Zitadelle: die „Blues Brothers“ Jake und Elwood auf dem Balkon des Laufhauses „Crazy“. Doch ab 2014 waren sie plötzlich weg. Am 15. Mai hatte das „Crazy“, das es seit den 1970er Jahren in Mainz gab, sein Gewerbe offiziell bei der Stadtverwaltung abgemeldet. Die Gründe blieben zunächst im Dunkeln. Bald stellte sich heraus, dass es einen Pächterwechsel gab und Renovierungsarbeiten durchgeführt wurden. Etwa einen Monat später öffnete das Laufhaus wieder – mit neuem SM-Studio inklusive Käfig und Streckbank, doch ohne die Blues Brothers auf dem Balkon. Man habe dem Haus ein neues Gesicht geben wollen, hieß es damals von Seiten des „Crazy“. Jake und Elwood landeten im Müllcontainer.

Im März 2016 stand dann plötzlich ein goldener Löwe auf dem Balkon, einen Monat später ein neuer Löwe mit Flügeln.

Wie Merkurist damals herausfand, war der Löwe das Symbol der neuen „Crazy“-Besitzer: der Hells Angels. Am 31. Dezember 2020 aber schloss das Laufhaus endgültig.

Das siebte Gleis

1, 2, 3, 4, 5, 6, 8, hä? Im Mainzer Hauptbahnhof folgt auf Gleis 6 direkt Gleis Nummer 8. Das siebte Gleis scheint genauso zu fehlen wie die Gleise 9, 10 und 12. Doch was steckt dahinter?

Auch wenn Gleise nicht für Fahrgäste ausgeschildert sind, heißt das nicht unbedingt, dass sie nicht existieren. Am Mainzer Hauptbahnhof gibt es beispielsweise sehr wohl ein Gleis 12 – es wird aber nicht für den öffentlichen Personenverkehr genutzt.

Dennoch: Gleis 7 gibt es tatsächlich nicht. Oder nicht mehr: „In der Vergangenheit gab es im Mainzer Hauptbahnhof ein Gleis 7 – dieses wurde vor einigen Jahren entfernt“, erklärte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Denn fünf Jahre lang wurde der Bahnhof bis Ende 2003 umgebaut. Dabei wurde die große, gusseiserne Bahnhofshalle von 1939 komplett abgerissen und durch eine Überbauung aus Stahlbeton ersetzt. Für einen neuen Bahnsteig musste dann Gleis 7 weichen: Genau an dieser Stelle wurde zwischen 6 und 8, wo zuvor kein Bahnsteig war, ein zusätzlicher schmalerer Durchgangsbahnsteig gebaut.

Steilste Straßenbahn Deutschlands

Mit 9,549 Prozent ist die Tramstrecke in der Mainzer Gaustraße die „steilste Straßenbahn Deutschlands“. Diesen Titel hat sie seit ihrem Ausbau im Jahr 2004, zuvor hatte die Würzburger Straßenbahn die steilste Streckenführung.

Lotharpassage

Bis zu 15.000 Passanten flanierten früher täglich durch die Lotharpassage, die in den 1950er Jahren errichtet wurde. Es reihten sich Drogerien, Friseur- und Schuhgeschäfte an Restaurants. Auch das „Fotohaus Kukuk“ war langjähriger Mieter in der Lotharpassage. Da die Straße sehr eng bebaut war, ballte sich der Passantenstrom in der Passage. Doch nach 40 Jahren wurde die Lotharpassage Ende der 90er Jahre abgerissen. Bei Aushubarbeiten kam es dann 2000 zu einem sensationellen Fund: Bauarbeiter stießen auf die Fundamente eines römischen Tempels. So entstand kurz darauf die Römerpassage.

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