Was aus den 90er-Jahre-Stars von Mainz 05 wurde

Dass Jürgen Klopp als Trainer mit seinen Teams zweimal im Champions League-Finale stand, ist den meisten Fans bekannt. Doch welche Karrieren legten andere Stars hin, die in den 90er-Jahren für Mainz 05 am Ball waren? Teil 3 unserer Reihe.

Was aus den 90er-Jahre-Stars von Mainz 05 wurde

Hotelier, Reality-TV-Star und Steuerfachgehilfe: Einige Spieler, die in den 90er-Jahren für Mainz 05 aktiv waren, haben inzwischen mit dem Fußball nur noch am Rande zu tun (wir berichteten in Teil 1 und Teil 2). Andere blieben dem Fußball-Geschäft treu und haben es zum Beispiel wie Jürgen Klopp zum Trainer von Weltformat gebracht.

Doch was machen eigentlich andere ehemalige Mainz 05-Spieler aus den 90er-Jahren? Merkurist zeigt Euch im dritten Teil unserer Serie, welchen Karriereweg sechs weitere Spieler nach ihrer aktiven Laufbahn beim FSV eingeschlagen haben.

Stephan Kuhnert

Stephan Kuhnert war der wohl torgefährlichste Torwart, der jemals bei Mainz 05 gespielt hat. Im Oktober 1989 wurde er sogar von den Zuschauern der ARD-Sportschau zum Torschützen des Monats gewählt.

Kuhnert gelang das Kunststück, den Ball aus dem eigenen Strafraum über den gesamten Platz ins Tor des Gegners Neunkirchen zu schießen.

Im August 1995 netzte Kuhnert dann erneut ein. In der Nachspielzeit traf er in Folge eines Eckballs zum 2:2 gegen Hannover 96. Das Spiel wurde allerdings im Nachhinein annulliert, da ein Mainzer Spieler ohne Spielgenehmigung auf dem Platz stand. Noch heute ist Kuhnert ein echter Nullfünfer: Als Torwarttrainer arbeitet er sicher daran, dass sich bald auch zukünftige Mainzer Torhüter in die Torschützenliste der Bundesliga eintragen können.

Thomas Ziemer

Eine besondere Beziehung zu Stephan Kuhnert hat Thomas Ziemer, der von 1994 bis 1996 bei Mainz 05 spielte. Der gebürtige Nürnberger war der oben beschriebene, nicht spielberechtigte 05er, der mit seinem Einsatz Kuhnerts Torwarttor nutzlos machte. In Mainz erlebte Ziemer aber dennoch seine sportlich erfolgreichste Zeit. In 64 Zweitligaspielen erzielte er 25 Treffer und wechselte dann in die Bundesliga zu Hansa Rostock.

2000 spielte er noch einmal zwei Jahre in Mainz, wo er meist nur Einwechselspieler war. Nach Engagements in Österreich und unterklassigen Klubs in seiner fränkischen Heimat wechselte Ziemer die Seiten. Heute ist er Inhaber und Gründer der TZ – SPORT PROMOTION. Dort sichtet Ziemer Nachwuchsspieler und betreut sie auf dem Weg zum Profifußballer.

Jürgen Kramny

Eine echte Konstante bei Mainz 05 war Mittelfeldspieler Jürgen Kramny. Acht Jahre (1997 bis 2005) spielte Kramny für den FSV und stieg mit dem Team auch in die Bundesliga auf. Nach seiner aktiven Karriere bei den 05ern wurde er A-Jugend-Trainer am Bruchweg. 2008 stieg er unter Jörn Andersen zum Co-Trainer auf und schaffte mit dem Verein den Wiederaufstieg. Vor Beginn der neuen Saison wurde er dann aber zusammen mit Andersen entlassen.

2015 wurde Kramny schließlich kurze Zeit Cheftrainer beim VfB Stuttgart, stieg mit dem Klub aber in die zweite Liga ab. Anschließend folgte ein Engagement als Trainer beim Zweitligisten Arminia Bielefeld. 2017 wurde er dort beurlaubt. Seitdem ist Kramny vereinlos.

Torsten Lieberknecht

Der gebürtige Bad Dürkheimer Torsten Lieberknecht kam 1995 zum FSV. Sieben Jahre lang hielt er Mainz 05 dann die Treue. 2002 wechselte er nach Saarbrücken und dann 2003 zu Eintracht Braunschweig, wo er 2007 seine aktive Karriere beendete. In Niedersachsen startete er dann seine bisher erfolgreichste Zeit neben dem Platz. Zunächst arbeitete er bei Braunschweig in verschiedenen Positionen, ehe er dort zum Cheftrainer wurde.

Schließlich schaffte er innerhalb weniger Jahre mit der Eintracht den Aufstieg aus dritten bis in die Bundesliga (2013). Trotz des direkten Wiederabstiegs arbeitete Lieberknecht noch bis 2018 in Braunschweig. Nachdem die Eintracht aus der zweiten Liga abgestiegen war, wurde Lieberknecht gefeuert. Seit Oktober ist er nun Trainer beim MSV Duisburg in der zweiten Liga.

Steffen Herzberger

Steffen Herzberger stand insgesamt neun Jahre bei Mainz 05 unter Vertrag. Von 1990 bis 1993 und von 1996 bis 2001 hat Steffen Herzberger für den FSV Mainz 05 gespielt. Er erlebte Wolfgang Frank als Trainer, spielte mit Jürgen Klopp zusammen und wäre 1997 beinahe mit Mainz 05 in die Bundesliga aufgestiegen. Noch heute wohnt der in Bad Dürkheim geborene Herzberger in Mainz.

Wie er Merkurist in einem Interview verriet, hätte er „große Lust, Trainer einer Fußballmannschaft im Raum Mainz zu werden“. Herzberger besitzt auch den A-Trainer-Schein. Nach seiner aktiven Laufbahn hatte sich Herzberger zunächst mit zwei Boutiquen in Mainz selbstständig gemacht. Zuletzt hielt sich der 49-Jährige sportlich fit.

Sandro Schwarz

Sieben Jahre lang (1997 bis 2004) kickte Sandro Schwarz bei den Profis von Mainz 05. Davor war Schwarz auch schon als Jugendspieler und den FSV-Amateuren am Ball. Schwarz, der in wenigen Tagen (17.Oktober) 40 wird, spielte später noch in Essen und beim SV Wehen Wiesbaden (2005 bis 2009). Dort war er sogar Mannschaftskapitän und kurze Zeit auch Teamchef.

Ab 2011 war Schwarz als Trainer in der Hessenliga tätig und wechselte zur Saison 2013/14 wieder zu seinem alten Arbeitgeber Mainz 05. Dort trainierte er zunächst die U19 und danach die zweite Mannschaft. Seit Mai 2017 ist Schwarz Cheftrainer von Mainz 05.

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