So sah Mainz in den 70ern aus

Kaum zu glauben: Die 70er-Jahre sind mittlerweile ein halbes Jahrhundert her. Seitdem hat sich Mainz stark verändert. In unserer Serie stellen wir euch die Unterschiede zwischen damals und heute vor. Heute: Teil 3.

So sah Mainz in den 70ern aus

Man fuhr VW Golf, trug Schlaghosen und Plateauschuhe und hörte Discomusik: Das und vieles mehr waren die 70er-Jahre. Doch wie sah Mainz in dieser Zeit aus? Wir geben euch einen Überblick. Im ersten und zweiten Teil unserer Serie haben wir euch bereits einige Veränderungen im Mainzer Stadtbild gezeigt. Im dritten Teil gibt es weitere Unterschiede.

Höfchen / Ludwigsstraße

An dem ersten Bild von Fotograf Gerd Eichmann aus dem Jahr 1975 erkennt man, dass sich in Mainz seit dieser Zeit eine Menge geändert hat. Um das ganze Foto zu sehen, müsst ihr es anklicken:

Im Vordergrund ist der Brunnen am Höfchen zu sehen, ganz hinten der Bassenheimer Hof am Schillerplatz. Dazwischen liegt also die Ludwigsstraße, die damals noch eine viel befahrene Straße war. Durch die herangezoomte Perspektive sind beispielsweise das Staatstheater rechts und die Gutenberg-Statue links nicht im Bild. Dafür sieht man auf der rechten Seite einige Geschäfte, die es heute noch gibt: Fink Schuhe (Ludwigsstraße 7), Dauscher Schuhe (Ludwigsstraße 9) und WMF (Gutenbergplatz 1).

Links im Bild sind die Pavillons der Ludwigsstraße zu sehen sowie ein Schild von Hertie, dem Vorgänger von Karstadt. Links hinter dem Bassenheimer Hof erkennt man noch ganz klein das Schild von Binding Bier. 1973 hatte Binding seine Niederlassung West auf dem Kästrich eröffnet. Elf Jahre später zog die Brauerei in ein neues Gebäude nach Hechtsheim, ehe sie 1990 ganz aus Mainz verschwand.

Dieses Bild zeigt die Ludwigsstraße von der anderen Seite und bei Nacht. Diesmal sind die Pavillons rechts im Bild.

Nasengäßchen

Im zweiten Teil unserer Serie haben wir euch schon einen Beleg dafür gezeigt, dass in den 70er-Jahren nicht unbedingt alles besser war. Viele Häuser waren nach dem Krieg immer noch marode, erst mit der Altstadtsanierung von 1972 bis 2013 brachte man sie wieder in Schuss. Das zeigt auch das folgende Bild vom Nasengäßchen aus dem Jahr 1975, das offensichtlich noch nicht saniert worden war.

Links im Bild ist der Hof Ehrenfels an der Ecke zur Grebenstraße. Das Haus gilt als eines der ältesten der südlichen Altstadt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Zum Ehrenfels 1347. Ab 1960 bis in die 70er befand sich in dem Gebäude das chinesische Restaurant Hongkong. Später zog ein Weinhaus in den Hof Ehrenfels. Seit 2015 führt Anita Katavic das Hotel und Weinhaus.

So sieht das Nasengäßchen heute aus:

Laubenheim

Das nächste Bild zeigt den Blick von den Laubenheimer Weinbergen auf den Stadtteil und den Rhein. Das Bild von Gerd Eichmann ist ebenfalls von 1975. Gerade einmal sechs Jahre zuvor war Laubenheim nach Mainz eingemeindet worden – und das gegen den Willen der Bevölkerung. Am 1. September 1968 hatten noch 94,9 Prozent gegen die Eingemeindung gestimmt. Auch eine Klage scheiterte. Am 7. Juni 1969 kam es dann aber doch zur Eingemeindung.

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