Diese Mainzer Originale fehlen einfach

Sie wurden in Mainz zu Legenden: In unserer Serie stellen wir euch Mainzer Größen aus Fastnacht, Politik und Gesellschaft vor, die leider nicht mehr leben. Heute: Teil 3.

Diese Mainzer Originale fehlen einfach

Im dritten Teil unserer Legenden-Serie stellen wir euch vier Mainzer Originale vor, die leider nicht mehr unter uns sind (zu Teil 1 und Teil 2).

Jean Artur Becker

Schon bei der ersten Fernsehsitzung „Mainz wie es singt und lacht“ im Jahr 1955 wirkte er mit, zu seinen bekanntesten Werken gehörte der Fastnachtshit „Da wackelt de Dom“: Jean Artur Becker starb am 19. September 2019. Er wurde 87 Jahre alt.

Onkel Hermann

„Meenzer Bube, Meenzer Mädcher“ - das war der Titel seines bekanntesten Songs. Ende August 2019 starb Kultsänger Hermann Schneider, bekannt als Onkel Hermann. Er war der langjährige Sänger der Mainzer Band „Batschkapp“.

Im ersten Heimspiel nach Onkel Hermanns Tod gedachten die Mainz-05-Fans dem „Batschkapp“-Sänger mit einem Banner - „Joe Cocker vun de Vilzbach! Ruhe in Frieden, Onkel Hermann“. Auch der Song „Meenzer Bube, Meenzer Mädcher“ lief im Stadion.

Heinz Hillenbrand

Hillenbrand wurde 1927 in Mombach geboren und gründete später die Bands Kolibris, Syncopers, Die Baldhys und das Heinz Hillenbrand Trio. Er tourte mit seinen Bands durch Deutschland, aber auch im Ausland und komponierte Werbelieder, z.B. für Blendax Mainz. Hillenbrand war Autodidakt, Sänger (Bariton) und Multiinstrumentalist (Akkordeon, Kontrabass, Schlagzeug, Querflöte). Er wurde als „Singender Kellermeister“ bekannt und war als Botschafter für die Stadt Mainz mit Jockel Fuchs im In- und Ausland unterwegs. 25 Jahre lang durchquerte er mit dem Heinz-Hillenbrand-Trio als Bordkapelle auf Kreuzfahrtschiffen die Meere.

Hillenbrand textete und komponierte, auch zusammen mit Joe Ludwig. Dazu jammte er mit Herbert Bonewitz, Günther Norris, James Last und Jazzlegenden wie Oscar Peterson. Bekannt sind auch seine Mainzer Lieder wie „Heimweh nach Mainz“ und „Der Mainzer Kellermeister“. Am Aschermittwoch, den ersten März 2017 starb er mit 89 Jahren in Gonsenheim.

Karl-Heinz Bendinger

Endlich wurde ein Nachfolger für den Kult-Kiosk auf der Gonsenheimer Verkehrsinsel gefunden (wir berichteten). Im „Fantasy Bowls Kiosk“ werden jetzt unter anderem Bowls und Salate verkauft. Kult wurde der Kiosk allerdings unter Karl Heinz Bendinger. Der machte sich in 32 Jahren nicht nur als Kiosk-Verkäufer einen Namen in Gonsenheim, sondern auch als Poet. Wöchentlich schrieb er ein Gedicht, das er seinen Kunden in die Zeitungen und Zeitschriften legte, die er verkaufte.

2007 ging Bendinger in den Ruhestand, fünf Jahre später starb er im Alter von 72 Jahren. Ortsvorsteherin Sabine Flegel sagte damals: „Es ist ein Gonsenheimer Original, eine Institution für immer verloren.“

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