Diese Mainzer Lokale werden schmerzlich vermisst

Manche Lokale kommen und gehen und man merkt es gar nicht. Bei diesen ist es anders: Wir stellen Euch frühere Kneipen und Bars vor, die im Mainzer Nachtleben fehlen. Heute: Teil 3.

Diese Mainzer Lokale werden schmerzlich vermisst

Die Jahre 2020 und 2021 waren für die Gastronomie wohl die schwersten überhaupt. Immer wieder mussten die Lokale wegen der Corona-Pandemie schließen. Seit Ende Mai darf die Außengastronomie in Mainz wieder öffnen, seit Anfang Juni auch die Innengastronomie.

Doch einige Lokale gab es schon vor der Corona-Pandemie nicht mehr. In unserer Serie stellen wir Euch Kneipen und Bars vor, die in den vergangenen Jahrzehnten schließen mussten – und die wir schmerzlich vermissen. Im ersten und zweiten Teil haben wir euch bereits frühere Lokale vorgestellt, hier sind vier weitere, die im Mainzer Nachtleben fehlen:

Andaman

Mittlerweile ist es schon vier Jahre her: Im Mai 2017 schloss die Cocktailbar Andaman in der Neutorstraße. „Liebe Gäste und Freunde, nach nun mehr 16 Jahren Andaman Cocktailbar endet unsere Reise am 27.05.2017“, hieß es damals in einem Facebook-Post.

Die Entscheidung war den Betreibern nicht leicht gefallen, viele Geschichten und Ereignisse seien mit der Bar verbunden, Gäste zu Freunden geworden. „An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Gäste und Stammgäste, die uns über die Jahre die Treue gehalten haben, danke Mainz!“, hieß es weiter.

Doch auch der Nachfolger der Andaman-Bar ist in Mainz gut angenommen worden: der Irish Pub Nolan’s.

Medina

Ebenfalls 16 Jahre lang gab es die Shisha-Bar Medina Lounge in Mainz. Doch im September 2019 war Schluss. „Nach 16 Jahren hat sich der Betreiber entschlossen, die Medina Lounge aufzugeben. Es war eine wirklich tolle Zeit“, erklärte damals das Medina-Team. Das besondere an der Shisha-Bar war der Sand-Boden, der für Urlaubsfeeling sorgte.

In früheren Zeiten sei die Medina-Lounge ein Magnet für alle Nachtschwärmer gewesen. „Man stand Schlange vor der Tür, um rein zu kommen.“ Das habe sich aber in den letzten Jahren geändert. 2006 musste das Schick und Schön wegen des Umbaus am damaligen Südbahnhof umziehen. Danach schlossen noch die Panama Bar und der Star Club. Auch das Kulturzentrum (KUZ) hatte zwischendurch wegen Sanierungsarbeiten drei Jahre lang geschlossen. „Das alles hat den Standort nicht mehr besonders attraktiv gemacht.“

Heute befindet sich die Shisha-Bar Platin Lounge in den Räumen.

Lomo

Sogar 17 Jahre gab es das Lomo am Ballplatz. Am 31. Juli 2019 öffnete die „Lounge Moguntia“, so der volle Name, zum letzten Mal. Gemeinsam habe man sich dazu entschlossen, den Mietvertrag für das Gebäude am Ballplatz nicht zu verlängern, sagten damals die Betreiber, die Ivecen-Brüder.

Das Lomo war Buchbar, Lounge und Restaurant in einem, manchmal wurde auch getanzt, zum Beispiel an Fastnacht. Die Ivecen-Brüder haben mittlerweile zwei neue Projekte: den Biergarten F. Minthe und das Lehmanns in der Holzstraße. Das Lomo gab an Fastnacht 2020 noch einmal ein kurzes Comeback, aktuell stehen die Räume leer.

Viva Moguntia

Das Konzept des Viva Moguntia in der Kartäuserstraße war in Mainz einzigartig: Die Gäste zapften an den Tischen ihr Bier selbst. Jeder Tisch hatte dabei ein bestimmtes Länderbier, sei es Schmucker für Hessen oder Bitburger für Rheinland-Pfalz. Am Ende des Abends wurde ausgewertet, welcher Tisch am meisten gezapft hat.

Dieses Konzept sorgte allerdings immer wieder für Ärger. „Es ist darauf ausgelegt, dass die Gäste viel trinken“, sagte 2016 ein genervter Anwohner. „Beim Viva Moguntia geht es nicht nur um ein wenig Lärm, sondern um Gäste, die vor dem Laden die Sau rauslassen.“ Viele Jahre hatte das Lokal deshalb Ärger mit dem Ordnungsamt. Am 30. Juni 2019 öffnete es zum letzten Mal.

Logo