Die ungewöhnlichsten Kneipen in Mainz

Einzigartiges Konzept, besonderes Ambiente oder kuriose Öffnungszeiten. In unserer Serie stellen wir Euch die ungewöhnlichsten Kneipen und Bars in Mainz vor. Heute: Teil 3.

Die ungewöhnlichsten Kneipen in Mainz

Ob urige Kneipe, Weinstube oder Hipsterladen: Wer abends etwas trinken gehen will, hat in Mainz die große Auswahl. In unserer Serie stellen wir Euch die ungewöhnlichsten Kneipen und Bars im Mainzer Nachtleben vor. Ungewöhnlich wegen der Einrichtung, den Öffnungszeiten oder weil sie einfach ein originelles Konzept haben. Im ersten und zweiten Teil unserer Serie haben wir Euch bereits Kneipen und Bars vorgestellt, hier sind vier weitere Lokale.

Onkel Willi's Pub

Wilhelm Schlismann war eine Institution in Mainz, im Februar 2018 verstarb der Kult-Kneipenwirt. Doch „Onkel Willy’s Pub“ in der Binger Straße lebt weiter. 1973 hatte Schlismann den Pub in seinem Geburtshaus eröffnet, er selbst wohnte obendrüber. Nachdem Willi im Jahr 2004 einen Schlaganfall erlitt, übernahm Tochter Rebecca die Geschäfte des Vaters. Doch auch danach kam er jeden Abend nach unten, um nach dem Rechten zu sehen.

Nicht nur Chef Willi war ein Unikat, auch die Kneipe ist es. „Billard, Dart, Kicker, drinks and fun“, so das eigene Motto, dazu ganz viel Wohnzimmeratmosphäre.

Weinhaus Templer

Vor dem Lokal ein Torbogen mit altgriechischer Inschrift, innen eine 1000 Jahre alte Tempelmauer, dazu ein ungewöhnlicher Verpächter - das ist das Weinhaus Templer in der Holzstraße. Nach 15 Jahren mit Kult-Wirtin Betty und insgesamt beinahe 40 Jahren hatte der Vorgänger Bodega im Sommer 2017 geschlossen.

Die Nachfolger Jutta Amersberger und Alexander Schäfer setzen auf traditionelle und moderne Elemente. Das fängt bereits bei der Einrichtung an: Blickfang des Lokals ist die Tempelmauer, auch einige Holzelemente des Vorgängers wurden übernommen. Ansonsten wurde vieles neu gemacht - auch der Innenhof, eine „kleine Oase“ in der Altstadt.

Auf dem Torbogen steht übrigens übersetzt: „Erkenne dich selbst.“ Der Spruch verweist auf den ungewöhnlichen Verpächter: die Freimaurerloge Freunde zur Eintracht.

Kick 'n Rush

An den Wänden hängen Schals, alte Trikots und Wimpel, auf den Leinwänden läuft meistens ein Mainz 05-Spiel: Das Kick 'n Rush ist die erste reine Fankneipe in der Mainzer Innenstadt. Seit März wird das Lokal von der benachbarten Brauerei Kuehn Kunz Rosen betrieben. Im Kick 'n Rush rollt aber nicht nur der Ball: Unter der Woche finden Lesungen, Legendentalks mit Ex-Spielern oder Konzerte statt. Spiele von Mainz 05 verpassen die Gäste ohnehin nicht. Denn die Kneipe hat alle Pay-TV-Sender im Programm: DAZN, Sky und Eurosport.

L‘Arcade

Das Etikette „Kultkneipe“ wird oft inflationär gebraucht – auf das L’Arcade am Leichhof trifft sie sicher zu. In der Traditionskneipe wurde beispielsweise Thomas Negers „Im Schatten des Doms“ zum Hit. Das „L’Arcade“ war nämlich eine der Lieblingskneipen von Ex-Mainz 05-Trainer Jürgen Klopp. Zwar wurde der Song damals vor allem als Rausschmeißer gespielt, doch wenn er lief, wollte Klopp die Kneipe erst recht nicht verlassen. Ex-Chef Dirk Zylla erinnerte sich gegenüber Merkurist: „Das Lied musste sechs, sieben Mal gespielt werden, bis die Party zu Ende war.“ Später setzte Klopp sogar durch, dass das Lied im Stadion gespielt wird.

Zylla selbst hörte 2017 nach fast 20 Jahren L’Arcade auf (wir berichteten). Vor wenigen Wochen dann der Schock: Das L’Arcade hat komplett geschlossen, ein Nachfolger wird gesucht. Ob dieser den Kult-Charakter der Kneipe erhalten wird? Noch unklar. (pk)

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