5 Dinge, die man nur kennt, wenn man aus Mainz kommt

Schwellköpp, Mainzelmännchen-Ampeln und ein vergessener Stadtteil: Hier sind fünf Dinge, die nur echte Mainzer kennen.

5 Dinge, die man nur kennt, wenn man aus Mainz kommt

Gutenberg ist weltbekannt, die Mainzer Fastnacht lockt an Rosenmontagen bis zu 500.000 Menschen in die Stadt. Doch es gibt auch Dinge, die nur echte Mainzer kennen. In Teil 1 und Teil 2 haben wir euch schon einige Mainz-Insider gezeigt, jetzt kommen fünf weitere hinzu.

Mainzelmännchen-Ampeln

Sie sind das Aushängeschild des ZDF: die Mainzelmännchen. Die kleinen Zeichentrick-Figuren läuten Tag für Tag die Werbeblöcke im Fernsehen ein, sind auf Tassen, T-Shirts und Taschen verewigt. Doch auch im Straßenverkehr begegnen sie einem – und zwar auf den Fußgängerampeln. Es begann im Jahr 2016 am Neubrunnenplatz, mittlerweile gibt es die Mainzelmännchen-Ampeln an vielen Stellen in Mainz.

Schwellköpp

Mainz gehört zu den Hochburgen der fünften Jahreszeit. Und da dürfen die Schwellköpp nicht fehlen. Seit 1927 sind sie fester Bestandteil der Mainzer Fastnacht, laufen beim Jugendmaskenzug, am Rosenmontag und bei der Fernsehsitzung mit. Satirisch überspitzt zeigen sie männliche und weibliche Mainzer Charaktere. Es gibt 30 verschiedene – und jeder hat einen eigenen Namen: Schambes, Karlche, Julche, …

Zugplakette

Und noch ein Fastnachtsbrauch: die Zugplakette. Jedes Jahr werden sie ab dem 11. November verkauft, um den Rosenmontagszug mitzufinanzieren. Der Mainzer Carneval Verein (MCV) denkt sich dazu immer wieder neue Motive für die Figuren aus. So gab es schon einen Mond, der „Am Rosenmontag bin ich geboren“ von Margit Sponheimer sang. Oder eine Figur des Mainzer Doms, die „Im Schatten des Doms“ von Thomas Neger abspielte. Der berühmteste Zugplakettenverkäufer war Klaus Eigenbrodt („Plaketten-Klaus“). Er starb im Jahr 2017.

Meenz und Määnz

Für Zugezogene ist die Frage leicht zu beantworten: Mainz wird „Mainz“ geschrieben. Doch was schreiben die Ur-Mainzer? Da gibt es tatsächlich zwei gängige Versionen: „Meenz“ und „Määnz“. Doch warum?

Über diese Frage machte sich schon der berühmte Fastnachter Herbert Bonewitz in dem Buch „Sehnse, des is Määnzerisch“ Gedanken. Das „gediegene“ Publikum, so Bonewitz, sage „Määnz“, das rustikalere „Meenz“. Letzteres stamme vor allem aus dem Altmainzer Viertel Vilzbach, wo lange Zeit ein anderer Dialekt gesprochen wurde als im restlichen Mainz.

Die Schreibweise „Meenz“ habe sich dann nach dem Zweiten Weltkrieg in Mainz verbreitet. Außerdem, so schrieb die Seite „Narhallamarsch“, würden vor allem junge Mainzer die Schreibweise „Meenz“ bevorzugen, weil es weicher klinge als die Version mit 'ä'. Allerdings habe die Schreibweise nichts mit der Aussprache zu tun: „Der Vokal wird ähnlich dem englischen 'Main' ausgesprochen.“

Also jeder, wie er will? Genauso machten es zumindest zwei Lokale in der Neustadt, die früher nur 100 Meter voneinander entfernt lagen: Der „Meenzer Bub“ und das „Määnzer Mädchen“.

Vilzbach

Apropos Altmainzer Viertel Vilzbach: Wo heute mit dem Cinestar und DB-Cargo große Bauten stehen, lag früher das Mainzer Stadtviertel. Vilzbach hatte einen eigenen Hafen, einen Weinmarkt und eine Kerb.

Angefangen hatte alles mit einem kleinen Dorf: Im frühen Mittelalter entstand Vilzbach südlich der Stadtgrenze von Mainz. Ende des 13. Jahrhunderts wurde es dann an die Stadt Mainz angegliedert. Im Gegensatz zum benachbarten Selenhofen wurde Vilzbach aber zunächst nicht in den Stadtmauerring einbezogen und war eine Art Vorort von Mainz. Das änderte sich erst mit dem Übergang vom 14. ins 15. Jahrhundert, als die Befestigungsanlage der Stadt ausgebaut wurde.

Das Dorf wurde 1635 von den schwedischen Besatzern zerstört. Die Bewohner zogen nach Selenhofen. Der Name Vilzbach wurde anschließend für die gesamte Fläche der beiden Stadtteile verwendet und hatte bis ins 20. Jahrhundert hinein Bestand. Vilzbach erstreckte sich damit bis zur Holzstraße.

Bekannt ist auch das sogenannte Vilzbach-Lied, das der Mainzer Karl Joseph Weiser Mitte des 19. Jahrhunderts dichtete: Die Vilzbach is des allerscheenste Verdel / dort wohne starke Leit / Des sin so kää, wie die vum Schwarze Verdel / mer kennt se weit un breit.

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