Wusstest du schon, dass Mainz...?

Zweitältester Turnverein Deutschlands, Tram durch die Augustinerstraße und ein berüchtigter Mörder, der in Mainz hingerichtet wurde: Hier erfahrt ihr fünf interessante Fakten zu Mainz.

Wusstest du schon, dass Mainz...?

Mainz ist Fastnachtshochburg, Medienstandort und die Hauptstadt von Rheinland-Pfalz – so viel dürfte den meisten Mainzern und auch vielen Auswärtigen bekannt sein. Andere Fakten sind hingegen weniger geläufig. Wir stellen Euch einige von ihnen vor. Wusstet du schon, dass...

… sich einer der ältesten Turnverein Deutschlands in der Mainzer Oberstadt befindet?

Genauer gesagt: der zweitälteste noch bestehende Turnverein des Landes. Den Mainzer Turnverein 1817 gibt es nämlich – wie der Name schon sagt – seit mehr als 200 Jahren. Sein Vereinsheim und den Sportplatz mit Tennisanlage hat er am Pariser Tor in der Oberstadt.

Laut Homepage hat der Verein rund 1600 Mitglieder in insgesamt zehn Abteilungen. Älter ist nur noch die Hamburger Turnerschaft von 1816. Der TSV 1814 Friedland in Mecklenburg-Vorpommern bezeichnet sich zwar als ältesten Turn- und Sportverein in Deutschland, besteht in seiner heutigen Form jedoch erst seit 1990.

… in den Neunzigern der Stadtteil „Mainz-Layenhof“ entstehen sollte?

Als die US-Streitkräfte ankündigten, das Finthen Army Airfield auf dem Layenhof-Areal im Jahr 1993 zu räumen, begann in Mainz eine politische Debatte: Wie könnte man das großflächige Areal weiternutzen? Die Idee des Mainzer Oberbürgermeisters Herman-Hartmut Weyel war es, auf dieser Stelle den neuen Stadtteil „Layenhof“ ins Leben zu rufen.

„Wir waren damals schon sehr weit mit den Planungen. Der Stadtrat hatte einen ersten Entwurf schon einstimmig festgelegt und es wurden bereits Architekten beauftragt, Konzepte für ein Wohngebiet zu entwerfen“, erinnerte sich der mittlerweile verstorbene Weyel 2017 im Gespräch mit Merkurist. Doch der Gegenwind von Umweltschützern und der Opposition waren letztlich so stark, dass das Projekt nie verwirklicht wurde.

… Mainz mal zu Schweden gehörte?

Dass die Stadt eine französische Vergangenheit hat, ist den meisten Mainzern bekannt. Was viele allerdings nicht wissen: Mainz war von 1631 bis 1636 von Schweden besetzt und gehörte damit auch zu Schweden. Am Morgen des 17. Dezember 1631 kamen Schweden-König Gustav Adolf und seine Truppen während des Dreißigjährigen Krieges bei Oppenheim über den Rhein, wenige Tage später standen sie auf ihrem Eroberungszug vor Mainz. Am 24. Dezember 1631 zogen die Schweden dann tatsächlich in Mainz ein.

Als die Besatzer Mainz im Januar 1636 wieder verließen, war die Stadt ein Trümmerfeld. Durch Epidemien und Unterernährung hatte Mainz fast die Hälfte seiner Einwohner verloren. Weil Brennholz knapp geworden war, waren rund ein Viertel der Häuser demoliert und der Vorort Vilzbach existierte nicht mehr, weil er komplett zerstört wurde.

… eine Tram durch die Augustinerstraße fuhr?

In Mainz gab es nach dem Zweiten Weltkrieg noch neun Straßenbahnlinien auf insgesamt 31 Kilometern. Mit dem Wirtschaftswunder verlor der ÖPNV im Laufe der späten 50er- und 60er-Jahre an Bedeutung, Autos waren nun für immer mehr Leute bezahlbar. Das Straßennetz wurde ausgebaut, die Gleise mussten weichen. Aus heutiger Sicht ist es kurios, doch die Straßenbahn fuhr in den 50er-Jahren sogar mitten durch die Innenstadt. Selbst in der Augustinerstraße waren Gleise, wie dieses Foto zeigt:

… der berüchtigte Räuber „Schinderhannes“ in Mainz hingerichtet wurde?

Johannes Bückler, genannt Schinderhannes, war ein berüchtigter Mörder und Viehdieb, der sich im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert im Hunsrück und der Umgebung einen Namen machte. Nachdem er aus einigen Gefängnissen ausgebrochen war, sollte er 1802 sicher verwahrt werden und kam in den Mainzer Holzturm. Am Morgen des 21. Novembers 1803 waren laut Augenzeugen seine letzten Worte vor der Hinrichtung vor rund 40.000 Schaulustigen am Richtplatz der ehemaligen Favorite: „Ich sterbe zurecht, aber zehn von meinen Kameraden verlieren das Leben unschuldig.“ Insgesamt 20 Mitglieder der Schinderhannes-Räuberbande wurden an diesem Tag exekutiert.

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