So sah Mainz in den 70ern aus

Kaum zu glauben: Die 70er-Jahre sind mittlerweile ein halbes Jahrhundert her. Seitdem hat sich Mainz stark verändert. In unserer Serie stellen wir euch die Unterschiede zwischen damals und heute vor. Heute: Teil 2.

So sah Mainz in den 70ern aus

Man fuhr VW Golf, trug Schlaghosen und Plateauschuhe und hörte Discomusik: Das und vieles mehr waren die 70er-Jahre. Doch wie sah Mainz in dieser Zeit aus? Wir geben euch einen Überblick. Im ersten Teil unserer Serie haben wir euch bereits einige Veränderungen im Mainzer Stadtbild gezeigt. Im zweiten Teil gibt es weitere Unterschiede.

Christuskirche

Unsere Reise in die Siebziger führt uns zuerst in die Mainzer Neustadt, genauer: zur Christuskirche. Schon die Zigarettenwerbung an der Litfaßsäule („Mächtig. Kernig.“) zeigt an, dass wir uns hier in einer ganz anderen Zeit befinden.

Aber auch die Christuskirche hat sich in einem entscheidenden Punkt ziemlich verändert: Das Dach hatte damals eine grüne Patina-Färbung. Noch bis in die 90er kannte man die Christuskirche mit grünem Dach, um die Jahrtausendwende brachte man dann das heute bekannte braune Kupferdach an.

Schon damals gab es vor der Kirche den Hans-Klenk-Brunnen (gestiftet 1962). Und: Er sprudelte sogar. Aktuell ist der Brunnen außer Betrieb.

Christuskirche heute:

Südliche Altstadt

„Früher war alles schöner“ – diese Aussage hört man immer wieder, wenn es um alte Bilder aus Mainz geht. Auf große Teile der Altstadt trifft das aber nicht unbedingt zu. Auch in den 70er-Jahren war Mainz noch vom Krieg gezeichnet, viele ehemals wunderschöne Gebäude waren marode. Mit dem Mammutprogramm Altstadtsanierung (1972 bis 2013) restaurierte die Stadt viele Gebäude und verhalf der Altstadt zu alter Schönheit. Ein Beispiel ist das Haus an der Ecke Rochusstraße im Jahr 1975.

Außerdem ist auf dem Haus in den 70ern noch das Straßenschild „Hopfengarten“ zu sehen. Heute kreuzt die Rochusstraße an dieser Stelle die Weißliliengasse. Grund für die unterschiedliche Anordnung ist der Bau der Altstadttangente, der ein Schlüsselprojekt für die gesamte Altstadtsanierung war. Durch den Ausbau der Weißliliengasse auf zwei bis vier Spuren wurde der Verkehr auf diese Straße konzentriert und die restlichen Gassen deutlich entlastet. Nur so war es auch möglich, die Augustinerstraße, den Kirschgarten und später noch weitere Gassen in Fußgängerzonen umzuwandeln.

Rathaus

Im Jahr 1975 war das Mainzer Rathaus noch ganz neu: Der von Arne Jacobsen entworfene Bau war in den Jahren 1970 bis 1974 erbaut worden. Deshalb ist der Unterschied im folgenden Bild zu heute gar nicht so groß. Was aber auffällt: Damals befand sich vor dem Rathaus noch die Großplastik „Schlüssel des Stundenschlägers“ von Hans Arp. Diese wurde vor zehn Jahren dem Arp-Museum Rolandseck ausgeliehen, in diesem Jahr kehrte sie nach Mainz zurück.

Allerdings steht das Kunstwerk derzeit am Zollhafen. Auf den Jockel-Fuchs-Platz soll sie wieder zurückkehren, wenn das Rathaus fertig saniert wurde.

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