So sah Mainz früher aus

Rosenmontagszug durch die Augustinerstraße und Autos am Kirschgarten: Früher sahen einige Ecken in Mainz noch ganz anders aus als heute. Wie genau, zeigen wir euch in unserer Serie. Heute: Teil 2.

So sah Mainz früher aus

Fußgängerzone um die Augustinerstraße, moderne Geschäfte und viele Haltestellen vor dem Hauptbahnhof – so kennen wir Mainz heute. Doch wie sah die Stadt früher aus? Wir haben alte Bilder gesammelt und zeigen sie euch in unserer Serie. Hier geht es zu Teil 1.

Bahnhofplatz (1919)

Diese Aufnahme zeigt den Mainzer Bahnhofplatz im Juli 1919. Der Sommer nach dem Ersten Weltkrieg war keinesfalls so ruhig, wie es das Foto vermittelt. Anfang Juni 1919 planten der Wiesbadener Jurist Hans Adam Dorten und der französische Besatzungsgeneral Charles Mangin, Teile Hessens und der Rheinpfalz (darunter Mainz) zur eigenständigen „Rheinischen Republik“ zu machen. Nach großen Generalstreiks gegen die Anordnung scheiterte der Plan allerdings.

Kirschgarten (1975)

Was heute unvorstellbar wirkt, war im Jahr 1975 noch alltäglich: parkende Autos am Mainzer Kirschgarten. Die Geschichte des Kirschgartens geht zurück bis in eine Zeit, in der Menschen von der Erfindung des Autos wohl nicht einmal träumten. Bereits 1329 wurde die Stelle erwähnt, ursprünglich nach der Quelle „Kirschborn“ benannt, die dort entsprang. Rund um das Jahr 1500 entstand im Kirschgarten das älteste Fachwerkhaus, das bis heute in Teilen steht: das Haus „Zum Aschaffenberg“.

Südbrücke (1862)

Schon 1862 fuhren Züge über die Südbrücke, wo noch heute ICEs und S-Bahnen den Rhein überqueren. Damals allerdings noch eingleisig. Gebaut wurde die Brücke von 1859 bis 1862. In Gustavsburg wurde anlässlich der Errichtung sogar ein Bauhof samt Werkstatt errichtet – dort wurden die Eisenträger für die Brücke montiert.

Rosenmontag in der Augustinergasse (1985)

Heute unvorstellbar, früher Standard: Bis 1995 ging der Rosenmontagszug durch die enge Augustinergasse in der Mainzer Altstadt. Dieses Bild zeigt den Rosenmontagszug 1985 – damals drängten sich die Menschen zwischen den Häuserwänden entlang. Wie die Mainzer Fastnacht eG auf ihrer Webseite berichtet, waren es hauptsächlich Sicherheitsgründe, die zur Entscheidung gegen die Augustinergasse geführt hatten. Heute verläuft die Rosenmontagsroute auf sieben Kilometern durch Mainz. Für den Weg von der Neustadt in die Altstadt benötigen Gardisten, Schwellköpfe und Motivwagen rund vier Stunden.

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