Mainz in den 90ern: Diese Ereignisse bewegten die Mainzer

Die 90er Jahre verbinden die meisten nicht nur mit schrägen Klamotten, Techno oder Tamagotchis. Es sind auch die Erinnerungen an Ereignisse, die die Mainzer bewegten. Ein paar davon stellen wir Euch hier vor.

Mainz in den 90ern: Diese Ereignisse bewegten die Mainzer

20 Jahre sind die 90er nun vorbei - Zeit einen Blick zurückzuwerfen. In unserer Serie haben wir Euch schon gezeigt, wie sich das Stadtbild gewandelt hat. Nun blicken wir auf einige Ereignisse, die die Mainzer bewegten.

1991: Fastnacht fällt aus

Es ist Januar, die Fastnachtskampagne 1990/91 war in vollem Gange. Doch eigentlich war den Mainzer Narren gar nicht zum Feiern und Lachen zumute. Denn es war auch die Zeit des Irak-Kriegs. An einem Abend Mitte Januar trafen sich deshalb Vertreter von 44 Fastnachtsvereinen und Garden zu einer Krisensitzung. Und sie beschlossen einstimmig: Die Fastnacht fällt aus. Keine Sitzungen, kein „Mainz bleibt Mainz“, kein Rosenmontagszug. „Wer jetzt noch Fastnacht feiert, macht sich ethisch und moralisch unmöglich“, sagte der damalige MCV-Präsident Rudi Henkel am Rande der Versammlung. Und es regte sich auch öffentlicher Protest, wie er zum Beispiel vor der Christuskirche zu sehen war.

1997: Fast-Aufstieg von Mainz 05

Beinahe wäre Mainz 05 nicht 2004, sondern schon 1997 erstmals in die Fußball-Bundesliga aufgestiegen. Doch im entscheidenden Spiel beim VfL Wolfsburg verlor die Mannschaft um Jürgen Klopp (damals noch Spieler), Dimo Wache und Steffen Herzberger beim direkten Aufstiegskonkurrenten. Obwohl Sven Demandt die 05er früh in Führung gebracht hatte, hieß es am Ende eines spektakulären Zweitligaspiels 5:4 für die Wolfsburger. Die Wölfe stiegen auf, Mainz 05 blieb zweitklassig.

1996/97: Jens Beutel wird Oberbürgermeister

Seine Spuren sind noch heute in der Stadt sichtbar, denn zu seinen Schwerpunkten gehörten die Umbauarbeiten des Mainzer Hauptbahnhofes und des Bahnhofs Römisches Theater sowie der Bau der Coface Arena (heute Opel Arena) und des Hechtsheimer Messegeländes. Als erster Mainzer Oberbürgermeister wurde SPD-Politiker Jens Beutel direkt von der Bevölkerung gewählt. Möglich wurde dies durch eine Änderung der rheinland-pfälzischen Gemeindeordnung. Beutel setzte sich in einer Stichwahl gegen seinen CDU-Gegenkandidaten Norbert Schüler durch. Die Amtseinführung erfolgte am 3. Mai 1997 in der Mainzer Rheingoldhalle. 2011 trat Beutel nach Veruntreungsvorwürfen vorzeitig als Oberbürgermeister zurück. Er starb am 8. Mai 2019.

1991: Mord an Mainzer Unternehmer

Es sah alles nach einem harmlosen Hauseinbruch aus, doch wenige Tage später entwickelte sich das Ganze zu einem Mord. Das Opfer: der 29-jährige Mainzer Unternehmer Peter W. Das Ehepaar L. kam am Abend des 29. November 1991 von einem Jagdausflug zurück in ihr Haus in Hechtsheim. Ihre Waffen legten sie im Flur ab und fuhren in eine Mainzer Weinstube. Als sie spät abends zurückkamen, waren die Waffen weg, Spuren der Einbrecher fand die Polizei nicht. Nur wenige Tage später schossen zwei unbekannte Täter in Weisenau auf Peter W., Sohn des Seniorchefs eines Tabakgroßhandels. Das Projektil, das die Spurensicherung vor Ort fand, stammte aus dem Revolver, der aus dem Haus der Familie L. gestohlen worden war. Wie es mit den Ermittlungen weiterging, lest Ihr hier.

1996: Auto-Korso zur Fußball-Europameisterschaft

Nachdem bei der Fußball-Weltmeisterschaft zwei Jahre zuvor für Deutschland im Viertelfinale Schluss war, lief es bei der Europameisterschaft 1996 deutlich besser. Und auch schon damals feierte man den Sieg der Mannschaft mit einem Auto-Korso. So auch am 23. Juni 1996 in der Kaiserstraße, als Deutschland das Viertelfinale 2:1 gegen Kroatien gewann. Und eine Woche später konnte die Mannschaft von Trainer Berti Vogts das Turnier erfolgreich beschließen: Gegen Tschechien gewann die Nationalelf das EM-Finale in London 2:1 - mit dem berühmten Golden Goal.

1998: Katholikentag in Mainz

Insgesamt 106.000 Menschen, davon 26.000 Dauerteilnehmer, nahmen im Jahr 1998 am 93. Katholikentag teil. Bereits zum sechsten Mal fand dieser in Mainz statt. Und es gab etwas zu feiern: Denn der Katholikentag wurde erstmals 150 Jahre zuvor etabliert - und das in Mainz. Thematisch stand vor allem im Vordergrund, dass sich die Kirche und ihre Mitglieder in die Gesellschaft einmischen sollen. „Wir stehen an einem wichtigen Meilenstein der gesellschaftlichen Entwicklung. Wenn nicht alle Zeichen trügen, brauchen wir ein hohes Augenmaß, um mutig in eine neue Zeit hineinzugehen, ohne unsere wertvollen Errungenschaften zu opfern“, sagte der Mainzer Bischof Karl Lehmann (erst 2001 wurde er zum Kardinal erhoben) in seiner Eröffnungsrede. Fünf Tage lang feierten die Teilnehmer gemeinsam in Mainz, auf rund 1200 Veranstaltungen und bei rund 200 Gottesdiensten.

An welche Mainzer 90er-Ereignisse erinnert Ihr Euch noch? Schreibt es in die Kommentare! (pk/df)

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