Diese Katastrophen erschütterten Mainz

Mainz hat schon zahlreiche Unglücke und Katastrophen durchgemacht. In einem vergangenen Artikel haben wir Euch von Pest, einem Zug-Zusammenstoß und einem Schiffsunglück berichtet. Aber es gibt noch weitere.

Diese Katastrophen erschütterten Mainz

Pest, Schiffs- und Zugunfälle - das sind nicht die einzigen Unglücke, die sich in und um Mainz ereignet haben. Die Stadt hat noch viele weitere Katastrophen überstanden. Drei weitere stellen wir Euch an dieser Stelle vor.

Die Pulverturmexplosion 1857

42 Todesfälle und 57 komplett zerstörte Häuser - dazu führte am 18. November 1857 die Explosion des Pulverturms. Ein österreichischer Unteroffizier hatte aus Rache das Pulvermagazin im Martinsturm am Gautor in Brand gesteckt. Mit der darauf folgenden Explosion verwüstete er große Teile der Stadt. Besonders die direkt angrenzenden Gebiete waren betroffen.

Die Illustrierte Zeitung Leipzig berichtete zu dieser Zeit: „Außerdem ist, wie bereits gemeldet, kein Haus in der Stadt unbeschädigt davon gekommen. Die Stephanskirche ist vollständig Ruine.“ Die Trümmer flogen auch bis zum Ballplatz, zum Weingarten und sogar bis zum Rhein.

Der Großbrand in der Uniklinik 1988

Die Uniklinik brennt. Diese Meldung ging am 31. März 1988 um 17:51 Uhr in der Einsatzzentrale der Berufsfeuerwehr Mainz ein. Dass der Brand aber ein so großes Ausmaß annehmen würde, damit hätte wohl keine der Rettungskräfte gerechnet. Beim Eintreffen an der Brandstelle drang aus den südlichen und östlichen Treppenaufgängen und aus dem Fenstern im ersten Stock der Südseite schon dichter, schwarzer Rauch. Ärzte und Pfleger aus dem ersten Stock riefen den Feuerwehrleuten zu, dass alle Fluchtwege abgeschnitten und sie eingeschlossen seien. Über Verbindungsflure und mithilfe von Drehleitern konnten 16 Patienten aus der Intensivstation geholt werden. Durch den Zusammenbruch der Stromversorgung musste aber eine laufende Operation unterbrochen und in einem anderen Klinikgebäude fortgesetzt werden. Wegen des starken Rauches wurde später der gesamte OP- und Behandlungstrakt sowie das Bettenhaus evakuiert.

Innerhalb von 55 Minuten schafften die Helfer es, die 320 Patienten in andere Klinikgebäude zu verlegen oder vorzeitig nach Hause zu schicken. Nachdem alle Patienten in Sicherheit waren, kam es im OP-Trakt aber zu einer Durchzündung. Meterhohe Flammen kamen aus den mittlerweile scheibenlosen Fenstern. Erst gegen 21:30 Uhr hatte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle. Und um 3 Uhr wurde schließlich das erlösende Signal „Feuer aus“ gemeldet. Die Aufräumarbeiten und Brandwache zogen sich aber bis zum 4. April hin. An dem Einsatz waren insgesamt 349 Feuerwehrleute beteiligt. Der Großbrand verursachte einen 50 Millionen D-Mark teuren Sachschaden.

Das Eisenbahnunglück 1924

Am 1. April 1924 ereignete sich im Tunnel zwischen dem Mainzer Hauptbahnhof und dem Südbahnhof ein schwerer Zugunfall. Dabei starben 14 Menschen. Der Schnellzug D 670 hatte im Tunnel eine Zwangsbremsung erhalten. Obwohl der Streckenabschnitt außer Betrieb gesetzt war, wurde die Rückmeldung, die die Durchfahrt des Schnellzuges bestätigen sollte, nicht abgewartet.

Der nächste Zug wurde stattdessen direkt fahrplangemäß nachgeschickt. Der Tunnel war aber so verraucht und und die Sicht so schlecht, dass der zweite Zug auf den stehenden Schnellzug auffuhr. Außer den 14 Toten gab es noch zahlreiche Verletze. Die Rettungsmannschaften mussten wegen der schlechten Luftverhältnisse bei der Rettung Gasmasken tragen. (df)

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