Außergewöhnliche Läden in Mainz, die Ihr kennen solltet

Lange Tradition, ungewöhnliches Produkt oder einzigartige Umsetzung: Wir stellen Euch ein paar Mainzer Läden mit besonderen Konzepten vor. Heute: Teil 2.

Außergewöhnliche Läden in Mainz, die Ihr kennen solltet

Ob Bekleidung, Bücher, Möbel oder Kaffee: Läden, in denen Ihr diese Produkte findet, gibt es viele. Doch es müssen nicht immer klassische Geschäftsketten sein, in denen Ihr einkaufen geht. Einige Mainzer Läden verfolgen nämlich eine individuelle Idee, um ihre Kunden glücklich zu machen. Im ersten Teil unserer Serie haben wir Euch bereits ein paar dieser Läden vorgestellt. Hier sind fünf weitere Läden, die Ihr unbedingt kennen solltet.

Bukafski

Die Buchhandlung am Gartenfeldplatz bietet euch - wie Inhaber Matthias Dölger es beschreibt - „eine kleine, aber dafür feine Auswahl“ an Büchern der verschiedensten Genres wie zum Beispiel Graphic Novels, Krimis sowie Kinder- und Jugendbücher. Das Besondere: Ihr könnt Euch beim Stöbern eine Tasse Kaffee schmecken lassen. Der Laden ist nämlich nicht nur eine Buchhandlung, sondern auch ein Café. „Das war so eine Träumerei, etwas Eigenes zu machen und ‘nur’ eine Buchhandlung schien mir nicht so zeitgemäß“, erzählt Matthias. Neben Büchern bietet er auch Kaffee aus Kalabrien, einige weitere Getränke und Kuchen der Bäckerei Olemutz an. Diesem Konzept hat das Bukafski übrigens auch seinen Namen zu verdanken: Es steht nämlich für die in Mainz einzigartige Verbindung aus BUch und KAffee. Die Endsilbe bezieht sich auf den Schriftsteller Charles Bukowski.

Wer ein bisschen Beratung bei der Kaufentscheidung braucht, kann sich jederzeit von Matthias oder seiner Kollegin helfen lassen. „Wir versuchen eine gute Mischung aus Ansprechen und in Ruhe lassen zu sein“, erklärt Matthias. Ihm sei es wichtig, keine Druck-Kulisse aufzubauen, sondern seinen Kunden einen Ort zu bieten, an dem sie sich frei bewegen und wohlfühlen können. Für diejenigen, die nichts Passendes finden, können Bücher außerdem über Nacht in das Bukafski bestellt und falls nötig anschließend sogar versandkostenfrei nach Hause geschickt werden.

Grinskram - Green Home Market

Der Laden am Kaiser-Wilhelm-Ring setzt auf Nachhaltigkeit. Bei „Grinskram“ werden ökonomische Design- und Alltagsprodukte wie zum Beispiel Olivenholztische, Rucksäcke aus Hanf oder Öle aus der Steiermark verkauft. Allen Produkten gemein ist, dass sie umweltschonend und nachhaltig produziert werden. Außerdem sind fast alle Produkte plastikfrei. Mit diesem Konzept wolle Inhaber Thomas Mohr nicht den Moralapostel spielen, sondern seinen Kunden vielmehr eine Alternative gegenüber dem umweltschädigenden Wegwerfkonsum anbieten. „Wir können dem Kunden zeigen, dass es auch anders geht“, sagte er 2016 gegenüber Merkurist.

Seine Produkte sollen nicht nur für eine „grünere Zukunft“ stehen, sondern dem Kunden Freude bereiten. Diesem Gedanken hat „Grinskram“ auch seinen Namen zu verdanken: Unter dem Motto „Kommste rein, grinste raus“ soll die Liebe zum Produkt auf die Kunden überspringen und sie so zum Lächeln bringen.

Mooi

Wer es niederländisch mag, wird im „Mooi“ - was übersetzt „schön“ bedeutet - mit Sicherheit fündig. Der Laden in Hechtsheim verkauft Wohnaccessoires, Möbel und Textilien aus Holland - teilweise auch aus Skandinavien. Die Besitzerin Vera Vrijburg setzt vor allem auf Einzelstücke.„Jedes Stück soll etwas besonderes sein“, sagte sie im April gegenüber Merkurist. Die Niederländerin betreibt das Geschäft erst seit Mai, orientiert sich mit der Führung aber an ihrer Vorgängerin. Das liegt daran, dass das „Mooi“ für sie selbst auch schon vor der Übernahme mehr als ein Geschäft gewesen sei, das bloß Produkte verkaufe: „Es war auch ein Treffpunkt, der Laden hatte etwas ganz persönliches.“

Diese persönliche Ebene wollte Vrijburg beibehalten. Deswegen ist das „Mooi“ bei ihr auch weiterhin nicht bloß eine Boutique, sondern zugleich ein Café. Kunden können sich hier in gemütlicher Atmosphäre bei einer Tasse Kaffee die Möbel ansehen und „ausprobieren“. Regionale Produkte wie zum Beispiel Torten vom Café „Frau Schmidt Cakery“ und Wein vom Weingut Stenner werden ebenfalls angeboten.

Für Freunde

Wer gerne selbst kocht oder sich bekochen lässt, ist im Kochatelier „Für Freunde“ in der Wallaustraße genau richtig. Ursprünglich war die gelernte Betriebswirtin Verena Schmitt bloß auf der Suche nach einer Produktionsküche für ihren Catering-Service „Thank God it’s Low Carb“. Schnell entstand dann jedoch die Idee, in der gefundenen Location Koch- und Backkurse von echten Profis geben zu lassen. Da Verena selbst leidenschaftliche Köchin ist, wollte sie auf diesem Weg Kochabende veranstalten, die normalerweise Zuhause mit Freunden stattfinden. „Der Grundgedanke war, dass die Wohnungen in der Neustadt recht klein sind, es also wenig Platz gibt - und da die besten Parties immer noch in der Küche stattfinden, wollte ich einen Raum für Leute schaffen, die gerne kochen“, sagt Schmitt.

Ein besonderes Highlight ist laut Schmitt das mobile Küchenstück. Je nach Anlass kann es als freistehende Kochfläche genutzt werden oder zur Theke umfunktioniert werden. „Für Freunde“ kann sowohl für kleine und große Privatveranstaltungen gemietet werden als auch für Firmen- oder Teamevents. Hierbei können sich Interessierte in der voll ausgestatteten Küche entweder ganz allein ausleben, mit Hilfe eines Kursleiters oder sich von einem Profi bekochen lassen. „Wichtig ist mir, dass es eine Wohlfühlatmosphäre gibt, in der die Leute voll umsorgt sind und den Tag oder Abend genießen können“, so Schmitt. Voll umsorgt meint in diesem Fall, dass Besucher der Mietsküche - anders als Zuhause - nicht selbst aufräumen und abspülen müssen: „Das Schöne ist, die Leute müssen hier nicht abwaschen. Um das Lästige kümmern wir uns nämlich“, so Verena.

Alleleut

Der Laden „Alleleut“ in Gonsenheim ist nach dem gleichnamigen Kinderlied benannt und verkauft Kindersachen. Neben Kinderbekleidung könnt Ihr hier auch Spielsachen und Accessoires finden. Die Kleidung besteht ausschließlich aus ökologisch zertifizierter Baumwolle und ist unter anderem von Mainzer Designern wie Peter Feldmann von „Päfjes“ oder Nadine Wagner von „Pünktchen Komma Strich“. Laut Inhaberin Jennifer Hahn müsse man kein Kind haben, um im „Alleleut“ vorbeizukommen oder etwas Passendes zu finden. „Ich freue mich über jeden einzelnen meiner Kunden, jeder soll sich bei mir wohl fühlen“, sagte sie Anfang 2018 gegenüber Merkurist.

Mit dem „Alleleut“ möchte Jennifer Besuchern nicht nur einen Ort zum Wohlfühlen bieten, sondern besonders Müttern auch die Möglichkeit geben, sich auch mal mit anderen Müttern austauschen können. Außerdem bietet das Geschäft für Mütter mit Babies einen Stillsessel sowie ein Stillkissen an - kostenlose Getränke gibt es ebenfalls. Und auch Kinder, die den Laden besuchen, bekommen eine Kleinigkeit: Äpfel des Obsthofs Nickolaus. (df)

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