5 Orte in Mainz, die sich wie Ausland anfühlen

Wer sich wie in Dänemark, Belgien oder Monaco fühlen will, muss die Stadtgrenzen gar nicht verlassen. Im zweiten Teil unserer Serie stellen wir Euch weitere Orte in Mainz vor, die an Ausland erinnern.

5 Orte in Mainz, die sich wie Ausland anfühlen

Die Altstadt wie in Straßburg, ein Friedhof wie in Paris und eine Straße wie Italien: Im ersten Teil unserer neuen Serie haben wir Euch bereits sechs Orte in Mainz vorgestellt, die an Plätze oder Gebäude im Ausland erinnern. Die Ähnlichkeiten liegen zum einen an der wechselvollen Geschichte der Stadt, zum anderen daran, dass einige Bauwerke bewusst nachgebaut wurden. Jetzt stellen wir Euch fünf weitere Orte in Mainz vor, die sich wie Ausland anfühlen.

Manchester in Mombach

Industrie-Charme, rauchende Fabriken und Backstein-Optik: Die Gegend um die Waggonfabrik in Mombach erinnert an die englische Stadt Manchester. In der Waggonfabrik Gebrüder Gastell, die 1845 gegründet wurde, wurden lange Zeit Eisenbahn- und Straßenbahn-Fahrzeuge hergestellt.

Heute wird das Gelände, auf dem sich auch die Halle 45 befindet, vor allem künstlerisch genutzt. Und auch Manchester hat sich stark gewandelt: Aus der früheren Industriestadt, die das Sinnbild für Hardcore-Kapitalismus war, ist längst eine moderne Großstadt geworden.

Markthäuser wie in Belgien

Die Markthäuser gegenüber vom Mainzer Dom erinnern an eine andere europäische Stadt: Brügge. Sowohl in Mainz als auch in der belgischen Stadt stehen dicht aneinandergereiht bunte Markthäuser an einem zentralen Platz. In Brügge am Groten Markt, in Mainz am Markt.

So bunt sah es in Mainz allerdings lange Zeit nicht aus. Denn im Zweiten Weltkrieg waren die historischen Markthäuser zerstört und danach durch eher trostlose Bauten ersetzt worden. Bis 2008 rekonstruierte man die nördliche Häuserzeile gegenüber vom Mainzer Dom. War das Großprojekt zu Beginn noch umstritten, werden die Markthäuser mittlerweile von den Mainzern akzeptiert. Auch für Touristen sind sie ein beliebtes Fotomotiv.

Monaco am Winterhafen

Am Winterhafen in der Mainzer Altstadt entstanden in mehreren Bauabschnitten bis 2014 zwölf schicke Häuser. Zusammen mit der Bootsanlegestelle erinnern sie ein bisschen an das Fürstentum Monaco – auch wenn die Dimensionen natürlich ganz andere sind, wie der Bildvergleich zeigt.

Fun Fact: Mit 2,14 Quadratkilometern ist allein die Mainzer Altstadt etwas größer als der Zwergenstaat Monaco (2,02 Quadratkilometer).

Mainzer Rathaus im Dänen-Stil

Arne Jacobsen (1902-1971) gilt als einer der bedeutendsten Architekten Dänemarks. Dass sich die Geschmäcker mit den Jahrzehnten aber ändern, sieht man am Mainzer Rathaus sehr deutlich. Jacobsen entwarf das Gebäude von 1968 bis 1970, in den folgenden Jahren wurde es erbaut. Für viele Betrachter sieht es heute aber eher aus wie ein Gefängnis, nicht wie ein Repräsentationsbau einer Landeshauptstadt. Ein einmaliger Ausreißer von Jacobsen war es aber nicht, wie etwa die Dänische Nationalbank in Kopenhagen zeigt.

Zwei Gebäude, ein Stil. In beiden Fällen besteht die Fassade aus grauen Marmorplatten und schwarzen Elementen, ohne Schnörkel und Verzierungen. Die Experten sprechen hier von Funktionalismus.

Posen als Vorbild

Nicht ganz Mainz, aber ohne Zweifel ein beeindruckender Bau: das Schloss Waldthausen in Budenheim. Der Bauherr Martin Wilhelm von Waldthausen beschloss 1907, im Lennebergwald für sich und seine Familie eine schlossartige Villa bauen zu lassen. Der Bau hatte ein Vorbild: In der Zeit von 1905 bis 1913 ließ Kaiser Wilhelm II. das Residenzschloss Posen bauen. Von Waldthausen soll seinen Architekten angewiesen haben, sich an dem kaiserlichen Vorbild zu orientieren. Die Bilder machen die Ähnlichkeit deutlich.

Seit seinem Bau hat das Residenzschloss Posen eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Nachdem Posen durch den Versailler Vertrag im Jahr 1918 an Polen abgetreten wurde, fungierte das Schloss als Residenz für den Präsidenten der Republik Polen. Nach der deutschen Besatzung Polens ließ Adolf Hitler das Schloss zur repräsentativen „Führerresidenz“ ausbauen. Seit den 60er-Jahren ist es unter anderem ein Kulturzentrum. Auch das Schloss Waldthausen hat eine Nazi-Vergangenheit, die Zukunft ist noch ungewiss (wir berichteten). (ps/js)

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