5 Dinge, die man nur kennt, wenn man aus Mainz kommt

Newwelinge, Fuchsbau und echte Originale: Hier sind fünf Dinge, die nur echte Mainzer kennen.

5 Dinge, die man nur kennt, wenn man aus Mainz kommt

Gutenberg ist weltbekannt, die Mainzer Fastnacht lockt an Rosenmontagen bis zu 500.000 Menschen in die Stadt. Wir haben aber Mainzer Dinge aufgelistet, die nur echte Mainzer kennen. Hier geht es zum ersten Teil, jetzt kommen fünf weitere Mainz-Insider.

Mainzer Originale

Klaus Eigenbrodt war in Mainz nur als „Plaketten-Klaus“ bekannt. Als Zugplakettenverkäufer für den Mainzer Carneval-Verein (MCV) sang er den Mainzern schon seit Mitte der Sechziger sein Lied vor: „Jedes Jahr die selbe Leier, es Geld is knapp, de Zuch is deier. Drum kaaft Plakettscher, diese schmucke, damit Ihr könnt de Zuch ach gucke.“ Eigenbrodt starb am 7. Oktober 2017 im Alter von 72 Jahren.

Ein anderes Mainzer Original war das „Geigerfränzje“. Franz Josef Schneider erlangte unter diesem Spitznamen nach dem Zweiten Weltkrieg in Mainz Kultstatus, als er mit seiner Geige durch die Stadt zog, um den vom Krieg gebeutelten Menschen etwas Hoffnung zu verschaffen. Schneider zu Ehren, der 1963 starb, wurde 2008 ein Denkmal in Mombach errichtet.

Fuchsbau

Kein Mainzer Lokalpolitiker war jemals so bekannt wie Jakob „Jockel“ Fuchs. Unvergessen ist sein Spruch beim Besuch von Queen Elisabeth vor 40 Jahren im Gutenberg-Museum: „And now we go enunner in die Druckerwerkstatt.“ In seine Amtszeit fällt auch der Bau des Mainzer Rathauses. Während der Platz davor seit 2003 offiziell Jockel-Fuchs-Platz heißt, trägt das Rathaus zumindest inoffiziell seinen Namen: Fuchsbau.

Newweling

Seit dem Mittelalter gehört der „Newweling“ traditionell an Allerheiligen auf die Mainzer Friedhöfe. Sogar im alten Fastnachtslied „„Määnz bleibt Määnz“ ist er verewigt. Der bunte Wachskegel wird mittlerweile nur noch in der Fabrik August Tusar Erben KG in Handarbeit hergestellt: von Franz-Hubertus Tusar und seiner Schwester Maria Theresia. 2021 wurde das Mainzer Traditionsprodukt allerdings erstmals nicht produziert (wir berichteten). Ob sich das in diesem Jahr wieder ändert?

Jambon de Mayence

Vom späten Mittelalter bis zum Zweiten Weltkrieg galt der Mainzer Räucherschinken „Jambon de Mayence“ als absolute Delikatesse. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Schinken auch nach Paris exportiert. In Frankreich gibt es sogar ein Kinderlied mit dem Titel „Le jambon de Mayence“. Der echte „Jambon de Mayence“ wurde gesalzen, gepresst und dann in Branntwein eingelegt, bevor er geräuchert wurde. Der Mainzer Schinken verkaufte sich nach der Erfindung der Kühltechnik schon zu Zeiten des Ersten Weltkrieges immer schlechter. Durch die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion nicht mehr weitergeführt. Doch seit 2007 wird der „Jambon de Mayence“ wieder in Mainz produziert und unter seinem alten Namen verkauft.

Mainz-Innenstadt

Der Stadtteil Mainz-Innenstadt wurde 1989 aufgeteilt in Mainz-Altstadt, Mainz-Neustadt, Mainz-Oberstadt sowie den östlichen Teil von Hartenberg-Münchfeld. „Innenstadt“ war mit rund 80.000 Einwohnern der bevölkerungsreichste Stadtteil, den Mainz jemals hatte. Zum Vergleich: Tübingen hat rund 91.000, Gießen etwa 90.000 und Marburg rund 76.000 Einwohner.

Logo