Diese Mainzer Originale fehlen einfach

Sie wurden in Mainz zu Legenden: In unserer Serie stellen wir euch Mainzer Größen aus Fastnacht, Politik und Gesellschaft vor, die leider nicht mehr leben. Heute: Teil 1.

Diese Mainzer Originale fehlen einfach

Fastnachtslegenden, Kult-Geiger und der bekannteste Plakettenverkäufer in Mainz. Im ersten Teil unserer Legenden-Serie stellen wir euch vier Mainzer Originale vor, die leider nicht mehr unter uns sind.

Herbert Bonewitz

Er wird als einer der talentiertesten und prägendsten Redner der Mainzer Fernsehfastnacht in Erinnerung bleiben – Herbert Bonewitz. Mit Charisma und Wortwitz brachte er ganz Deutschland zum Lachen. Seine bekanntesten Bühnenfiguren: „Dr. Ödipus Meisenspinner“ und „Prinz Bibi“. Mit intelligenten Wortwitzen wurde Bonewitz zu einem Star der Mainzer Fernsehfastnacht. Gerne teilte er dabei auch gegen hochrangige Politiker kräftig aus.

Legendär war sein Auftritt in der Fernsehsitzung 2005, zum 50-jährigen Jubiläum von „Mainz bleibt Mainz“. Bonewitz kehrte zurück auf die Fastnachtsbühne, von der er sich lange zuvor verabschiedet hatte, teilte kräftig aus und verabschiedete sich doch versöhnlich. Im April 2019 starb Bonewitz im Alter von 85 Jahren.

Klaus Eigenbrodt

Klaus Eigenbrodt war in Mainz nur als „Plaketten-Klaus“ bekannt. Als Zugplakettenverkäufer für den Mainzer Carneval-Verein (MCV) sagte er den Mainzern schon seit Mitte der Sechziger seinen Vers vor: „Jedes Jahr die selbe Leier, es Geld is knapp, de Zuch is deier. Drum kaaft Plakettscher, diese schmucke, damit Ihr könnt de Zuch ach gucke.“

Eigenbrodt starb am 7. Oktober 2017 im Alter von 72 Jahren.

Franz Josef Schneider

Ein anderes Mainzer Original war das „Geigerfränzje“. Franz Josef Schneider erlangte unter diesem Spitznamen nach dem Zweiten Weltkrieg in Mainz Kultstatus, als er mit seiner Geige durch die Stadt zog, um den vom Krieg gebeutelten Menschen etwas Hoffnung zu geben. Schneider verstarb 1963. Ihm zu Ehren wurde 2008 ein Denkmal in Mombach errichtet.

Ernst Neger

Mit dem Hit „Heile, heile Gänsje“ und vielen anderen Fastnachtsliedern wurde Ernst Neger bekannt als „singender Dachdeckermeister“. Gemeinsam mit dem blinden Komponisten Toni Hämmerle bildete er ein legendäres Duo. Hämmerle lieferte Hits wie „Auf einmal ist man fünfzig“ oder „Humba Täterä“.

Letztgenannter Song sorgte 1964 für einen kleinen Eklat: Als Neger den Song vortrug, feierte das Publikum der Fernsehfastnachtssitzung so ausgelassen dazu, dass die TV-Übertragung eine Stunde länger als geplant dauerte. Am 15. Januar 1989 starb Ernst Neger in Mainz, einen Tag nach seinem 80. Geburtstag. Enkel Thomas führt das Vermächtnis des Großvaters fort - als Fastnachtsstar und als Dachdeckermeister.

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