Diese Mainzer Lokale werden schmerzlich vermisst

Manche Lokale kommen und gehen und man merkt es gar nicht. Bei diesen ist es anders: Wir stellen Euch frühere Kneipen und Bars vor, die im Mainzer Nachtleben fehlen. Heute: Teil 1.

Diese Mainzer Lokale werden schmerzlich vermisst

Die Jahre 2020 und 2021 waren für die Gastronomie wohl die schwersten überhaupt. Immer wieder mussten die Lokale wegen der Corona-Pandemie schließen. Seit Ende Mai darf die Außengastronomie in Mainz wieder öffnen, seit Anfang Juni auch die Innengastronomie.

Doch einige Lokale gab es schon vor der Corona-Pandemie nicht mehr. In unserer Serie stellen wir Euch Kneipen und Bars vor, die in den vergangenen Jahrzehnten schließen mussten – und die wir schmerzlich vermissen. Hier sind vier Lokale, die im Mainzer Nachtleben fehlen:

Südbahnhof

In den 80er und 90er Jahren war es der Treffpunkt für Nachtschwärmer: der „Südbahnhof“. Wenn andere Kneipen schlossen, öffnete das Lokal erst – meist um vier Uhr nachts. Die Gäste tranken Bier, aßen Schnitzel mit Pommes oder spielten im Nebenraum Billard und Flipper. Zur Gaststätte gehörte auch ein Kiosk mit Süßigkeiten. Um die Jahrhundertwende schloss die Bahnhofsgaststätte.

Nachfolger wurde das „Schick und Schön“, das 2002 in die Räume am Südbahnhof einzog. Doch die Kulturlounge musste nach nur vier Jahren wieder umziehen: Aus „Mainz Süd“ wurde „Römisches Theater“. Der Bahnhof in der Holzhofstraße bekam 2006 nicht nur einen neuen Namen, sondern auch ein neues Gebäude. Der Klinkerbau von 1884 wurde bis auf die denkmalgeschützte Fassade in Richtung Bahngleise abgerissen.

Panama Bar

Nach 15 Jahren war Schluss für die „Bar mit der Kuh“: Im Sommer 2017 verabschiedete sich die Panama Bar in der Dagobertstraße mit einer letzten großen Party. Die Kuh im Schaufenster war aus Kunststoff und das Markenzeichen der Cocktailbar. „Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, es steckt viel Herzblut in der Bar“, sagte Patrick Tegtmeyer, Gründer der Bar, damals gegenüber Merkurist. Auf Facebook verkündete er das Aus: „Danke für 15 wunderbare Jahre.“

Doctor Flotte

Uriges Ambiente, gutbürgerliche Küche und eine Hochburg in der Kneipenfastnacht: Das war „Doctor Flotte“. Günther Seifert eröffnete die Gaststätte Ende 1978, zwölf Jahre später übernahm seine Tochter Daniela. Im März 2016 kam das Aus – der Pachtvertrag wurde nicht verlängert. Nachfolger war zunächst das spanische Lokal „Don Pintxo“, mittlerweile ist das Restaurant „Bergschön“ in den Räumen.

Und „Doctor Flotte“? Daniela Seifert unternahm noch einen Versuch und eröffnete mit ihrem Team in der Holzstraße „Zum Römerschiff“. Doch das „Flotte“-Feeling kam in den neuen Räumen nicht mehr auf, schon nach einem Jahr, im Mai 2017, kam das Aus für das „Römerschiff“.

Die Schachtel

In der Großen Langgasse befand sich früher einer der Schmelztiegel des Mainzer Nachtlebens: die „Schachtel“ (in einer früheren Version des Artikels hatten wir fälschlicherweise „Große Bleiche“ geschrieben). Die Kneipe hatte von 10 Uhr morgens bis spät in die Nacht geöffnet. Hier trafen sich Mainz 05-Spieler, Prostituierte, Reiche von außerhalb – einfach alle, die nachts noch unterwegs waren. Am 15. Dezember 2000 öffnete die Kneipe zum letzten Mal. Der Pachtvertrag war ausgelaufen.

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