Diese Kinos gab es früher in Mainz

Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit, da gab es 14 Kinos in Mainz. Inzwischen sind es noch vier, vielleicht bald nur noch zwei. Wir haben in alten Geschichten gewühlt, wie die Lichtspielhäuser nach und nach verschwunden sind.

Diese Kinos gab es früher in Mainz

Wer erinnert sich noch an die Residenz- und Prinzess-Kinos zwischen Großer Langgasse und Schillerstraße? Als sie 1957 eröffnet wurden, gab es in Mainz 14 Kinos – eine der größten Kinodichten Deutschlands. Vor vier Jahren schloss das Kino wegen des Umbaus der Residenzpassage für immer seine Türen. Übrig geblieben sind das Cinestar, das CinéMayence sowie die beiden ältesten noch in Mainz erhaltenen Kinos Palatin und Capitol – wobei auch deren Zukunft ungewiss ist (wir berichteten).

Residenz und Prinzess-Kino

Verspiegelter Marmor an der Außenfassade, Marmortreppe und eine gewölbte Halle: Das „Residenz- und Prinzess-Kino“ mit seinen 1300 Sitzplätzen besaß keine Ränge, dafür im Residenz rote Polstersessel und gelben Samt an den Wänden, im Prinzess war alles Blau. Königin Luise war der erste Film, der im Residenz lief, Wer die Heimat liebt im Prinzess. Das Filmtheater war damals das größte in Mainz, aufwändig renoviert wurde es zuletzt 1992.

Betrieben wurden die Kinos lange Zeit von den Filmtheaterbetrieben Reiss. Georg Reiss, ein Kasseler Unternehmer, besaß damals deutschlandweit zahlreiche Kinos, Hotels und Restaurants. Zeitweise hatte er sogar das Kino-Monopol in Mainz, Offenbach und Worms. Erst im Jahr 2001 zog er sich aus Mainz zurück. Für einige Jahre übernahm Harald Metz, Geschäftsführer des CineStar, das Residenz und Prinzess.

Am 8. Januar 2017 war die letzte Vorstellung. Die Residenzpassage wurde abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

„Markt Lichtspiele“ und „Rex“

Das Residenz- und Prinzess-Kino war zwar das größte, aber lange nicht das einzige Lichtspielhaus in Mainz. Vor allem während des Baubooms in der Nachkriegszeit wurden etliche Kinos neu gebaut oder wieder aufgebaut.

Eines davon waren das Kino „Markt Lichtspiele“ (später „Rex, Bambi“), das noch bis 2001 bestand. Wie bei den meisten Kinos war es der Rückzug von Betreiber Georg Reiss, der letztlich zur Schließung führte. Mit 1100 Sitzplätzen in zwei Kinosälen gehörte es, zentral am Markt gelegen, mit dem „Residenz“ zu den größten Mainzer Kinos. Erbauer war damals, wie beim „Residenz“, Hans Mühlberg. Später wurde das Haus in vier Säle aufgeteilt. Nach Jahren außer Betrieb erwarb erst die Wohnbau Mainz das Gebäude, heute ist dort das Restaurant Wilma Wunder untergebracht.

Weitere Kinos, die damals eröffneten, waren das „Regina“, das das 1945 zerstörte „Union-Kino“ ersetzte. Gleiches gilt für den ehemaligen „Ufa-Filmpalast“, der als „Filmpalast, Filmpalette“ in den 1950ern wieder eröffnete. Auch wurden gebaut: das „Bavaria“, das „Luxor“, das „Scala“ (später „Palatin“) und das „Cinema“.

„Scala“

Die heute noch verbleibenden Kinos im Bleichenviertel änderten schon mehrfach in ihrer Geschichte Namen und Besitzer: An der Stelle des „Palatin“ etwa befand sich in der Hinteren Bleiche 6-8 seit den frühen 1960er das „Scala“ im Erdgeschoss von „Weinels Weinhaus“. Zunächst hatte es 450 Plätze in einem Saal. Nach einem Umbau lief einer der vier Säle unter dem Namen „Atlantis“. Unter Georg Reiss wurde es später in „City“ umbenannt, bis es seit 2009 seinen heutigen Namen übernahm. Was nun aus ihnen wird, bleibt nach dem Verkauf der Häuser jedoch unklar.

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