Die ungewöhnlichsten Restaurants in Mainz

Einzigartiges Konzept, spezielles Ambiente oder eine besondere Vergangenheit: In unserer Serie stellen wir Euch die ungewöhnlichsten Restaurants und Cafés in Mainz vor. Heute: Teil 1.

Die ungewöhnlichsten Restaurants in Mainz

Ob Kleines Andechs, Bei Helga oder das Sixties: In unserer Kneipen-Serie haben wir Euch die ungewöhnlichsten Lokale und Bars im Mainzer Nachtleben vorgestellt (Teil 1, 2, 3, 4, 5). Doch wie sieht es mit den Restaurants aus? Auch hier hat Mainz Ungewöhnliches zu bieten, sei es wegen einer besonderen Geschichte, eines speziellen Konzepts oder Ambientes. Hier sind vier ungewöhnliche Mainzer Restaurants.

Heiliggeist

Auf kaum ein Restaurant trifft der Begriff „besonderes Ambiente“ so sehr zu wie auf das „Heiliggeist“. Das Restaurant in der Rentengasse 2 befindet sich in einem denkmalgeschützten Gebäude. „Wir sind das älteste Bürgerspital in ganz Deutschland. Und den Bezug zu unserem historischen Gebäude darzustellen, ist uns immer sehr wichtig“, erzählte Alicia Aslan im Sommer gegenüber Merkurist. Damals hatte man gerade das „Spitalfrühstück“ etabliert.

Das Heiliggeist-Spital ließ Erzbischof Siegfried III. von Eppstein im Jahr 1236 am damaligen Rheinufer erbauen. „Das Heiliggeist wurde nach dem Vorbild Santo Spirito in Sassa in Rom im spätromanischen Stil errichtet“, heißt es auf der Webseite des Restaurant. Gute 500 Jahre später eröffnete die Brey’sche Aktien-Brauerei erstmals eine Gaststätte in den Räumen. 1999 fand die letzte große Renovierung statt.

Noch heute hat das Restaurants prominente Fans. So erzählte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner im Merkurist-Interview zu ihrer Studienzeit: „Das Heiliggeist war damals wie heute ein beeindruckender Ort.“

Trattoria am Kaisertor

Direkt an der Grenze zwischen Neustadt und Altstadt befindet sich das italienische Restaurant „Trattoria am Kaisertor“. Die „Trattoria“ besticht nicht nur durch original italienische Küche und einen günstigen Mittagstisch, sondern auch durch einen besonders sozialen Chef. Majid Akrri bittet regelmäßig mittellose Menschen an seinen Tisch (wir berichteten).

Reisebuchautor Johannes Kral beobachtete eine solche Szene: „Ich saß im Sommer auf der Terrasse der Trattoria. Ein obdachloser Mann mit Schlafsack und Plastiktüten kam an meinen Tisch und wollte etwas von meinem Brot haben.“ Der Inhaber des Restaurants habe den Obdachlosen daraufhin gefragt, was er da mache. „Es tut mir leid“, habe der Mann geantwortet, „ich habe Hunger.“

Wie der „Trattoria“-Chef dann reagierte, beeindruckte Kral. Statt den Obdachlosen abzuweisen, bat er ihn, an einem der Tische Platz zu nehmen. „Was möchtest Du essen?“ Er spendierte dem Mann einen Teller mit Fleisch, Kartoffeln, Gemüse und dazu eine Cola. Für Akrri eine Selbstverständlichkeit. Gegenüber Merkurist sagte er: „Wenn jemand vor der Tür steht und sagt, er hat Hunger, muss man ihm etwas zu Essen geben.“

Bootshaus

Besondere Lage und ehemaliger Sternekoch: Das bietet das „Bootshaus“ am Winterhafen. Seit 2011 führt Frank Buchholz das Restaurant, immer wieder wird es seitdem ausgezeichnet. So erreichte das „Bootshaus“ zuletzt beim Falstaff-Ranking der besten Gasthäuser (wir berichteten) den geteilten ersten Platz in Mainz.

„Direkt am Mainzer Rheinufer bietet Frank Buchholz eine unkomplizierte, teils regional geprägte Küche, die keine Wünsche offen lässt“, hieß es dazu bei „Falstaff“. Besonders gut schnitt das Lokal in den Kategorien Ambiente und Weinkarte ab. Immer wieder empfängt der Koch auch prominente Gäste, wie etwa vor der Einheitsfeier in Mainz im Jahr 2017, als eine hochrangige Delegation um den damaligen Bundestagspräsidenten Norbert Lammert zu Gast war.

Eo

Einflüsse aus aller Welt, „gehobene Küche zum kleinen Preis“ und „ein Spielplatz für Erwachsene“ - Paula Poblete und Sebastian Koutek gehen mit ihrem Restaurant „Eo“ in der Rheinallee neue Wege. Das „Eo“ eröffnete Ende vergangenen Jahres.

„Keine Sache soll auf die andere passen“, sagt Koutek über sein Restaurant. Damit erinnere die Küche im Eo an die chilenische Hafenstadt Valparaíso, wo auch kein Haus dem anderen gleiche. „Wir wollen den Mainzern viele seltene Geschmäcker zeigen, die sie hier sonst nicht so kennen.“ Dabei lege man einen Akzent auf die südamerikanische Küche, aber lasse auch Einflüsse aus anderen Teilen der Welt mit einfließen.

Dazu gehören auch diverse „Spielereien“, die vor den Gästen zum Einsatz kommen: Zentrifuge, Gefriertrockner oder Schockfroster. Koutek sagt: „Wir machen Dinge, die wir schon immer machen wollten.“ (ab/mo)

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