Das sind die schönsten Mainzer Gebäude

Besonders alt, besonders schick, besondere Geschichte: In einer neuen Reihe stellen wir Euch die schönsten Mainzer Gebäude vor.

Das sind die schönsten Mainzer Gebäude

Wer durch Mainz läuft, wird immer wieder schöne Gebäude entdecken: die Markthäuser, den Dom, den Osteiner Hof. Alle sind immer wieder ein beliebtes Fotomotiv. Wir haben Euch gefragt, welche Gebäude für Euch die schönsten in Mainz sind. In unserer Serie stellen wir sie vor. Zuerst erzählen wir Euch die Geschichte des Osteiner Hofs.

Typisches Barock-Gebäude

Besonders macht das barocke Gebäude nicht nur seine Geschichte - auch seine Architektur, die den Schillerplatz maßgeblich mitprägt, ist speziell. Die drei vorspringenden Wölbungen, auch Risalite genannt, sind typisch für den Baustil im Barock. Die sandsteinfarbene Außenwand und die goldenen sowie schwarzen schnörkeligen Verzierungen fallen sofort ins Auge.

Direkt vor dem Fastnachtsbrunnen auf dem Mainzer Schillerplatz steht der imposante Osteiner Hof. Gebaut wurde das barocke Gebäude von 1747 bis 1752. Kurfürst Johann Friedrich Karl von Ostein wollte den Hof für seinen Bruder Franz Wolfgang Damian von Ostein als städtischen Familienwohnsitz herrichten.

Doch lange konnten der damalige Kurfürst und seine Familie das Gebäude nicht als Wohnsitz nutzen: Während der Französischen Revolution wurde Mainz besetzt, Adelige enteignet. Der Osteiner Hof gehörte dann nicht mehr dem Kurfürsten, sondern war nun öffentliches Eigentum. Im 19. Jahrhundert wurde der Osteiner Hof der Sitz des jeweiligen Festungskommandanten.

Geschichtliche Bedeutung hat das Gebäude durch ein Ereignis im Jahr 1914: Vor 106 Jahren wurde der Beginn des Ersten Weltkriegs auf dem Mittelbalkon von General Hugo von Kathen bekanntgegeben. Doch nicht nur damals spielte der Balkon des Osteiner Hofs eine Rolle. Zum 11.11. versammeln sich jedes Jahr alle Fastnachter und Fastnachts-Fans vor dem Haus und blicken gespannt auf den Balkon. Dort wird pünktlich um 11:11 Uhr die fünfte Jahreszeit eingeläutet.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Innere des Gebäudes durch einen Brand fast vollständig zerstört. Unter der französischen Besatzung wurde es aber wieder hergerichtet und diente dann bis 2014 der Bundeswehr als Standortkommandantur.

Heute wird der Osteiner Hof wieder so genutzt, wie es ursprünglich vorgesehen war - als Wohnhaus. Die „Osteiner Hof Entwicklungsgesellschaft mbH“ hat hier Wohnungen und Gewerberäume geschaffen. Nicht nur Veranstaltungen werden hier abgehalten, auch heiraten mit Blick auf den Schillerplatz ist möglich. (df)

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