Außergewöhnliche Häuser in Mainz

Ungewöhnlicher Baustil, einmaliger Wohnraum oder rätselhafte Geschichte: Wir stellen euch außergewöhnliche Häuser in Mainz vor.

Außergewöhnliche Häuser in Mainz

Ob besondere Architektur, außergewöhnliche Bewohner oder lange Geschichte: In Mainz gibt es viele einzigartige Häuser. In unserer Serie stellen wir euch einige vor, die ihr unbedingt kennen solltet.

„Seefahrerhaus“

Ein Schiffsteuer, eine Galionsfigur und bemalte Fliesen, die sich an der Außenfassade des Hauses befinden. Alles Souvenirs, die von dem ehemaligen Bewohner angebracht worden sein sollen. Diese Geschichte wird zumindest teilweise vom Vorsitzenden des Vereins Hechtsheimer Ortsgeschichte, Ottmar Schwinn, bestätigt. Gegenüber Merkurist erklärt er, dass in der Nachkriegszeit tatsächlich ein Seefahrer in das Haus gezogen sei. Ein Nachbar dementiert allerdings diese Aussage und erklärt, dass es sich um das Elternhaus des ehemaligen Hechtsheimer Ortsvorstehers Franz Johann Veith handle und hier kein Seefahrer gewohnt habe.

Fest steht: Das Haus hat seinen auffälligen Seefahrer-Stil schon mindestens seit den 70er-Jahren, wie ein Bild des Fotografen Gerd Eichmann zeigt.

Haus zum Stein

Ein wenig versteckt in der Altstadt liegt das älteste Mainzer Wohnhaus: das Haus zum Stein. Ende des 12. Jahrhunderts errichtet, ist es einer der wenigen erhaltenen mittelalterlichen Wohntürme Deutschlands. Der Bauherr entstammte der Patrizierfamilie Judeus de Lapide (Judeus zum Stein), von der sich auch der heutige Name ableitet. Mit der Zeit und wechselnden Besitzern wurde der eigentliche Wohnturm immer mehr zum Wohnhaus. Seine Innenaufteilung wurde komfortabler und der Turm verlor seinen Wehrcharakter. Nachdem das Haus zum Stein bei den Revolutionswirren 1793 zerstört wurde, nahm der damalige Besitzer einige Erneuerungen vor. Eine Giebelfront und Schieferverkleidung prägte nun das Erscheinungsbild. Ende des 20. Jahrhunderts wurde es von der Stadt Mainz zum Sanierungsobjekt erklärt und die alte Bauform rekonstruiert. Heute blickt das Haus zum Stein auf eine lange Geschichte zurück. Seit 2000 im Privatbesitz mehrerer Mainzer Familien ist es immer noch bewohnt.

Türme an der Südbrücke

Die Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute Mainzer Südbrücke war nach der Römerbrücke die erste feste Rheinbrücke in Mainz. An beiden Brückenköpfen wurden Türme errichtet, die allerdings nur dekorativen Zweck hatten. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren nur noch die Türme auf der Mainzer Seite erhalten, die heute in Besitz der Deutschen Bahn (DB) sind. Wie eine Sprecherin der DB erklärt, haben in den Türmen tatsächlich mal Menschen gewohnt. Seit knapp fünf Jahren werden die Türme jedoch nicht mehr als Wohnraum vermietet. Heute stünden sie leer und seien vor Vandalismus geschützt, so die Sprecherin. Ob irgendwann wieder jemand in den Türmen wohnen wird, bleibe offen. Ein attraktiver Wohnraum seien sie zumindest nicht, erklärt die Sprecherin. Der Grund: die direkte Nähe zu den Schienen und ihre runde Grundfläche, was ein komfortables Wohnen erschwert.

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