Wenn der Teddy krank wird

Rund 1500 Kinder können bei der 16. Mainzer Teddyklinik ihre verletzten Lieblinge behandeln lassen. Dadurch sollen sie die Angst vor Arztbesuchen verlieren.

Wenn der Teddy krank wird

In den "Behandlungsräumen" der Teddyklinik geht es hoch her. Unter den "Patienten" befinden sich Tiger, Hasen, Hunde, Löwen und natürlich Teddys. Till aus der Ginsheimer Kita Regenbogen hat einen Kuschelhund namens "Hundi". Bei dem Kleinen mussten offene Wunden genäht werden. Jakobs Bär "Bruno" ist aus dem Bett gefallen und ist jetzt von Kopf bis Fuß einbandagiert. Und der Eisbär von Zelal hat einen gebrochenen Arm.

Die Medizinstudentin Monika Schmitz erläutert das Vorgehen. Nach der Aufnahme wird der Eisbär abgehört, gewogen, vermessen und geröntgt. Bei der "OP-Show" dürfen die Kinder sogar selbst Hand anlegen. Über 100 Medizinstudenten und Pflegeschüler werden ehrenamtlich zu "Teddydocs". Dieses Jahr haben sie sogar eine Computertomographie selbst gebastelt. Die Teddyklinik ist am gestrigen Mittwoch gestartet und endet am heutigen Donnerstag. Sie findet im Mainzer Rathaus statt. Rund 1500 Kinder im Kindergarten und Grundschulalter werden in den zwei Tagen erwartet.

"Menschen werden mit Infusionen aufgefüllt, Teddybären mit Plüsch." - Medizinstudentin Walter

"Bei dem miesen Wetter haben die Teddys hauptsächlich Schnupfen. Wir haben aber auch viele Fälle von Bauchschmerzen von zu vielen Süßigkeiten", meint Alexandra Walter. Sie studiert im siebten Semester Humanmedizin und hat die 16. Teddyklinik mitorganisiert. Es gibt aber auch ganz krasse Fälle: Manch einem Teddy fehlt ein Knopf oder sogar ein Auge. Aber das ist alles gar kein Problem: Einer der über 100 "Teddydocs" kann das fehlende Teil wieder annähen. Eine Erzieherin erzählt, dass bei einem Kuschelelch sogar mal in einer 20-minütigen Operation wieder das Bein zugenäht werden musste. Walter meint: "Menschen werden mit Infusionen aufgefüllt, Teddybären mit Plüsch."

Ziel der Teddyklinik ist, dass den Kindern die Angst vor ärztlichen Behandlungen genommen wird. Alexandra Walter berichtet, dass aus der Kinderklinik schon positive Rückmeldungen kamen: "Dort sagen die Kinder, dass sie das schon aus der Teddyklinik kennen."

Die Teddyklinik ist ein studentisch organisiertes, bundesweites Projekt zur aktiven Gesundheitsvorsorge. Die Mainzer Medizin-Studenten werden von Schülerinnen und Schülern der Gesundheits- und Kinderkrankenpflegeschule der Universitätsmedizin unterstützt. Fred Zepp, Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mainz, ist der Schirmherr der Teddyklinik.

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