Ärger über Graffiti-Schmierereien in Mainz

Vollgesprühte Bänke, Mülleimer und Schaukästen: In Bretzenheim sind in letzter Zeit verstärkt Graffiti-Schmierereien aufgetaucht. Vor allem der Schriftzug „GBS 110“ ist zu sehen. Was die Polizei zu den bislang unbekannten Sprayern sagt.

Ärger über Graffiti-Schmierereien in Mainz

Graffiti-Sprayer können mitunter echte Künstler sein. Eindrucksvoll ist das immer wieder beim „Meeting of Styles“ rund um den Brückenkopf in Mainz-Kastel zu sehen, wo Sprayer aus der ganzen Welt zusammenkommen, um kreative Werke zu erstellen. Aber auch in Mainz selbst gibt es einige Orte, an denen großflächig Gemälde in Szene gesetzt werden.

Doch auf der anderen Seite hinterlassen Sprayer im öffentlichen Raum häufig Schriftzüge, die Außenstehende als reine Schmierereien ansehen. Oft handelt es sich dabei um sogenannte Tags, also eine Art Pseudonym, mit dem Sprayer ihre Präsenz deutlich machen. Negativ aufgefallen ist so etwas zuletzt Leser Vonzu. Speziell in Bretzenheim hat er diverse Orte entdeckt, an dem der Tag hinterlassen wurde. Dabei handelt es sich um „110 GBS“. Vonzu möchte nun wissen, ob dieses Kürzel politische Bedeutung besitzt oder nur „stumpfe Dummheit“ ist.

Polizei prüft Einleitung eines Ermittlungsverfahrens

Die Mainzer Polizei jedenfalls habe schon häufiger mit diesen Tags zu tun gehabt, wie Sprecher Matthias Bockius sagt. „Die ‘Tags’ GBS und 110 sind schon seit über fünf Jahren bekannt und waren in der Vergangenheit häufig Gegenstand von Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung.“ Bisher seien die Tags jedoch nur einzeln und nicht zusammen verwendet worden. Der oder die Sprayer seien bislang nicht identifiziert und die genaue Bedeutung der Tags dem dafür zuständigen Sachbearbeiter nicht bekannt.

Die neusten Fotos, die die Leser unter den Snip geladen haben, seien nun dem Sachbearbeiter weitergeleitet worden, so Bockius. Dieser prüfe derzeit, ob in dieser Sache schon Anzeige erstattet wurde oder ob von Amtswegen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird.

Wut auf Schmierereien

Während die Mainzer Polizei also am Thema dran ist, regen sich viele über die auf diversen Gegenständen hinterlassenen Tags auf und fordern Strafen für die Sprayer: „Sorry, das ist Sachbeschädigung! 10 Tage Sozialarbeit pro Tag wären eine gute Strafe. Zum Beispiel Tags entfernen“, meint Leser Michael. Vonzu kommentiert, dass diese „Kunstwerke“ beziehungsweise das Ansprühen von Naturschutztafeln nicht in Ordnung sei.

Unser Leser Daniel ist dafür, dass die Sprayer als Strafe ihr Werk selbst entfernen sollten. „Die Strafe dürfte sich am Ende auf einige Monate Arbeit belaufen und wäre sicher eine prägendere Erfahrung, als wenn nur die Kosten für die Entfernung bezahlt werden müssten.“

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