"Daisy“ in der Gaustraße geht mit ungewöhnlichem Lieferkonzept an den Start

Mit dem „Daisy“ in der Gaustraße wollte der Mainzer Gastronom N. Khalatbari eigentlich schon im April durchstarten. Dann kam die Corona-Krise. Nun geht das Daisy an den Start. Inhaber Khalatbari muss jetzt aber sein Improvisationstalent beweisen.

"Daisy“ in der Gaustraße geht mit ungewöhnlichem Lieferkonzept an den Start

Seit 2016 betreibt der Mainzer Gastronom N. Khalatbari die klassisch gehaltene Cocktailbar „Der große Gatsby“ in der Drususstraße. Für 2020 hatte sich Khalatbari viel vorgenommen: In den ehemaligen Räumen der Gaustraßen-Cocktailbar „Hubert“ plante er einen Gegenentwurf zum „Gatsby“ - das „Daisy“. Anders sollte die Mischung aus Café und Cocktailbar werden, bunter, femininer (wir berichteten). Den Namen „Daisy“ hatte Khalatbari nicht zufällig gewählt: In F. Scott Fitzgeralds Erfolgsroman „Der große Gatsby“ spielt der Charakter Daisy Buchanan eine entscheidende Rolle. Doch alle Überlegungen Khalatbaris liefen im Frühjahr zunächst ins Nichts, denn die Corona-Krise traf besonders Gastro-Betriebe hart.

Inzwischen ist die Gastro-Branche erneut von harten Corona-Maßnahmen getroffen, Khalatbari hat das „Daisy“ aber geöffnet. Weil keine Kunden in die Tagesbar kommen dürfen, setzt er nun auf einen ziemlich ungewöhnlichen Lieferservice. „Bei uns können die Kunden ihre Cocktails zur Abholung oder zum Liefern bestellen. Sie kriegen eine Anleitung sowie alle notwendigen Zutaten mit und müssen dann zu Hause den Cocktail nur noch zusammengeben“, erklärt der Gastronom. Dank der speziellen Highball-Cocktails sei das Zusammengeben zu Hause auch gar nicht schwierig. Die Hauptspirituose wie zum Beispiel Gin wird von Khalatbari selbst im Sous-vide-Verfahren mit natürlichen Aromen (beispielsweise mit Kräutern und Gewürzen) versehen und in Flaschen abgefüllt. Zusätzlich zur Spirituosen-Flasche werden „Filler“ wie Soda- oder Tonicwasser mitgeliefert. Auch im Paket enthalten: Dekoelemente wie frisches Obst. Zuhause müssen die Zutaten nur mit Eiswürfeln im Glas zusammengegeben werden - fertig ist der Cocktail in Bar-Qualität.

Cocktails und Weinschorle aus dem Tap-System

Im „Daisy“ werden die Cocktails nach exakt der gleichen Vorgehensweise zubereitet. „Unsere Spirituosen kommen aus einer Zapfanlage - einem sogenannten Tap-System - vorher haben wir alle selbst verfeinert“, so Khalatbari. Das habe gleich mehrere Vorteile: „Jeder Barkeeper hat eigene Vorlieben, mal schmeckt der Cocktail süßer, mal wird etwas mehr von der Spirituose verwendet. Mit unserer Methode können wir sicherstellen, dass unsere Cocktails immer die gleiche Qualität haben. So, wie wir es wollen.“ Abgesehen davon könnten durch die Baukasten-Cocktails die Kunden des „Daisy“ schneller an ihre Cocktails kommen, da die Zubereitung weniger Zeit in Anspruch nimmt. Wein von regionalen Winzern und Selters-Wasser für Weinschorlen kommen im der Gaustraßen-Bar übrigens auch aus dem Tap-System. Durch das Zapfen solle der Wein länger seine Frische behalten, das Sprudelwasser verliere zudem weniger Kohlensäure, erklärt der Gastronom.

Weil das „Daisy“ aber auch ein Café ist, sollen außerdem Speisen angeboten werden, wenn Gäste wieder im Innenraum erlaubt sind. Khalatbari setzt dabei laut eigener Aussage auf hochwertige und regionale Zutaten. Alles was nicht hausgemacht ist, soll in bestmöglicher Qualität zugekauft werden. Kaffee kommt aus der direkt anliegenden „Kaffeekommune“ in der Breidenbacherstraße, Milch von Höfen aus dem Frankfurter Umland und Bodenheim, Karamell- und Gewürz-Sirups werden selbst hergestellt. Auf der Karte stehen kleine Speisen wie hausgemachte Stullen, selbstgemachtes Porridge mit frischem Obst, „Grilled Cheese Sandwiches“, Tapas oder Bowls.

Das „Daisy“ bietet an sechs Tagen in der Woche Cocktails zum Abholen und Liefern an. Montag bis Donnerstag von 11 bis 21 Uhr, freitags und samstags von 11 bis 22 Uhr. Weitere Informationen zum Angebot findet Ihr hier. (df)

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