Mainzer Stadtwerke investieren 88 Millionen Euro in Trinkwasserversorgung

Versorgung mit Grund- und Trinkwasser im Rhein-Main-Gebiet bereitet Sorgen

Mainzer Stadtwerke investieren 88 Millionen Euro in Trinkwasserversorgung

88 Millionen Euro will die Unternehmensgruppe der Mainzer Stadtwerke in den kommenden Jahren in die Trinkwasserversorgung in Mainz und Umgebung investieren. Das teilt der Geschäftsführer der Mainzer Netze, Mithun Basu, anlässlich des Weltwassertages am 22. März mit. In diesem Jahr steht das Grundwasser im Mittelpunkt.

Die Investitionen seien damit um 70 Prozent höher als bisher im „langjährigen Mittel“ ausgegeben wurde. So sollen zum einem die Produktionskapazitäten in den Wasserwerken in Hof Schönau, Eich und Petersaue gesteigert und flexibler gestaltet werden. Zudem soll die zehn Kilometer lange Versorgungsleitung von Hof Schönau nach Mainz weiter gebaut werden und in die bestehenden Hochbehälter, die als Puffer für das Wasserversorgungsnetz dienen, investiert werden.

Hohe Verdunstungsraten und höherer Wasserverbrauch

Wertvoll sei das Grundwasser „und damit letztlich auch Trinkwasser auch bei uns“, so Basu. Während in vielen Teilen der Erde Wasserknappheit herrsche, seien es in Europa und Deutschland die „schleichenden ökologischen Entwicklungen, die uns dauerhaft Sorgen bereiten“. Dazu gehören etwa durch den Klimawandel hervorgerufene Extremereignisse wie Starkregen, Hitze- und Trockenperioden. Damit erhöhe sich auch das Risiko für Hochwasserereignisse, Staunässe und Überflutung. Trockene und warme Sommer sowie milde Winter sorgen für hohe Verdunstungsraten. Dadurch könne weniger Regenwasser in die Böden sickern und sich weniger Grundwasser bilden. Hinzu komme der höhere Wasserverbrauch, etwa durch Pools im Garten. Daher müsse man sich laut Basu bewusst machen, dass Wasser „keine unbegrenzt vorhandene Handelsware, sondern ein kostbares Gemeingut“ sei.

Das „Wasserdargebot“ verändere sich. Zwar gebe es in Deutschland hohe Wasserschutzstandards und ein hohes technologisches und qualitatives Niveau in der Wasserversorgung. Zudem werde Wasser regional und damit auch relativ krisensicher gewonnen. Doch im niederschlagsarmen und warmen Rhein-Main-Gebiet, das zudem sehr dicht besiedelt sei, verknappe sich das Wasserangebot im Sommer zunehmend. Dann würden auch Wasserversorger wie die Mainzer Netze zunehmend vor der Herausforderung stehen, den üblichen Wasserverbrauch gut bewältigen zu können.

„Langfristig führt am Wassersparen an extremen Sommertagen wohl kein Weg vorbei.“ – Mithun Basu, Mainzer Stadtwerke

Wie Basu sagt, sei es nicht sinnvoll, auf die steigenden Spitzenverbräuche an Trinkwasser im Sommer mit erhöhten Kapazitäten zu reagieren. „Wir müssen und wollen die Verbraucher einbinden, damit wir gemeinsam langfristig den Trinkwasserbedarf in unserer Region decken und sicherstellen können. Denn langfristig führt am Wassersparen an extremen Sommertagen wohl kein Weg vorbei.“

Verschiedene Informationskampagnen, etwa über Grundschulen oder die Volkshochschule, sollen nun mehr Bewusstsein im Umgang mit Trinkwasser schaffen. Auch ein Forschungspreis wird ausgeschrieben. So soll die die anwendungsorientierte Forschung von Studierenden zum Thema Wasser mit einem Preisgeld von 7000 Euro und dem „aqua M Award“ prämiert werden. In Bretzenheim will Ortsvorsteherin Claudia Siebner den Mainzer Stadtteil zu einem nachhaltigen Wasser-Quartier machen. Gemeinsam mit den Mainzer Netzen plant daher die Nachhaltigkeitsinitiative Bretzenheim (NiB) eine Infoveranstaltung am Samstag (26. März) ab 10 Uhr in der Bahnstraße.

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