Eine große Aktion zur Lebensmittelrettung ist demnächst in der Mainzer Altstadt geplant. Dazu lädt die Initiative „foodsharing Mainz“ am Samstag (26. September) von 10 bis 16 Uhr auf den Mainzer Leichhof ein. Mit der Aktion soll auf das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung aufmerksam gemacht werden. Sie findet anlässlich des „Tags der Lebensmittelrettung“ statt und wird gemeinsam mit dem Agenda-Büro der Stadt Mainz organisiert.
Dazu wollen die Helfer alle nicht kühlpflichtigen Lebensmittel ausstellen, die sie in den 24 Stunden zuvor bei verschiedenen Betrieben gerettet haben. Im Anschluss werden die Lebensmittel an die Besucher verteilt. Dafür sollten sie eigene Taschen oder Behälter mitbringen. Außerdem gibt es Informationsstände und ein Programm für Kinder mit Quiz, Spielen und Mitmachstationen.
Appell an Politik und Verbraucher
Die Initiative foodsharing rettet in Mainz seit 2013 täglich genießbare Lebensmittel und verteilt diese kostenlos, unter anderem über acht sogenannte Fairteiler-Schränke. Nach eigenen Angaben wurden so bisher mindestens 2890 Tonnen Lebensmittel vor der Entsorgung bewahrt. Aktuell engagieren sich rund 600 Ehrenamtliche in etwa 100 Kooperationen mit Supermärkten, Restaurants und Bäckereien. Seit 2022 ist Mainz offiziell „foodsharing-Stadt“.
„Mit dieser Veranstaltung möchten wir zeigen, dass Lebensmittelretten nicht nur wichtig für die Umwelt ist, sondern auch unglaublich viel Spaß macht und leicht in den Alltag integriert werden kann“, erklärt Dr. Sabine Gresch vom Agenda-Büro der Stadt Mainz. „Jedes weggeworfene Lebensmittel ist eines zu viel.“ Der meiste Lebensmittelmüll entstehe zwar in privaten Haushalten entstehe, aber auch Erzeuger und Handel müssten in die Pflicht genommen werden, ergänzt Eva Benz, foodsharing-Botschafterin für Mainz. „Hierfür braucht es zum Gegensteuern dringend auch eine gesetzliche Grundlage, um die Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verringern - vom Acker bis zum Teller.“
Die Veranstaltung in Mainz ist der Auftakt der bundesweiten Aktionswoche „Zu gut für die Tonne!“ des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Sie soll auf die ökologischen und ökonomischen Folgen der Verschwendung aufmerksam machen.