Kaufland knallhart? Müssen mehrere Händler aus dem Gutenberg-Center raus?

Am Freitag übernimmt Kaufland offiziell den Real-Markt in Bretzenheim. Eröffnen wird der neue Markt jedoch erst gegen Ende des Jahres. Jetzt ist zu hören, dass mehrere Händler das Center auf Geheiß von Kaufland verlassen müssen. Doch stimmt das?

Kaufland knallhart? Müssen mehrere Händler aus dem Gutenberg-Center raus?

Am letzten Donnerstag hat Real seine Filiale in Bretzenheim für immer geschlossen. Nachfolger in der Haifa-Allee wird die Supermarktkette Kaufland. Diese übernimmt den Markt im Gutenberg-Center zum 1. Juli. Danach wird der Standort erst einmal für umfangreiche Umbauarbeiten mehrere Monate geschlossen. Von der Schließung betroffen seien jedoch nur die Verkaufsräume der künftigen Kaufland-Filiale, teilte das Unternehmen zuletzt mit. Die anderen Geschäfte im Gutenberg-Center wären demnach nicht betroffen.

Nun kommt jedoch das Gerücht auf, dass mehrere Läden in dem Einkaufszentrum bis Mitte Juli schließen müssen. Konkret soll es sich dabei um die Geschäfte handeln, die auf der Seite des zukünftigen Kaufland-Markts angesiedelt sind. Doch wie steht es wirklich um die Händler im Gutenberg-Center? Merkurist hat nachgefragt.

Unterschiedliche Aussagen

Bei „Feinkost Kirbas“ kann man das Aus nicht bestätigen. Wie es aus der Zentrale in Karlsruhe heißt, sei hier nichts entschieden. Dafür bestätigt das Unternehmen einen Gesprächstermin mit Kaufland in der kommenden Woche. Mehr könne man jedoch nicht zu dem Thema sagen.

Auch der Asia-Imbiss „Pamai Pai“ bestätigt offiziell noch kein Aus für seine Filiale im Gutenberg-Center. „Da wir gerade in den Verhandlungen sind, kann ich leider im Moment keine Aussage machen“, erklärt Geschäftsführer Edgardo Tiongson. Aus dem Umfeld des Geschäfts ist jedoch etwas anderes zu hören. Demnach würde der Imbiss demnächst schließen.

Auch die Metzgerei „Erich Zeiss“ ist im Gutenberg-Center mit einer Filiale auf der Seite des zukünftigen Kaufland-Markts vertreten. Hier wollte man sich am Dienstag jedoch noch nicht zu den Gerüchten äußern.

Doch was sagt nun Kaufland zu der ganzen Diskussion? Auf Anfrage teilt eine Sprecherin mit, dass die Filiale über mehrere Monate umfangreich saniert werde und daher geschlossen bleibt. „In diesem Zusammenhang sind wir derzeit in Gesprächen mit den Mietern und bitten Sie um Verständnis, dass wir daher aktuell keine weiteren Aussagen treffen können“, so das Statement des Unternehmens.

Kaufland-Kritik aus Mainzer Politik

Noch ist also offiziell nicht entschieden, ob tatsächlich Geschäfte aufgrund des Kaufland-Umbaus in dem Einkaufszentrum dichtmachen müssen. Die Mainzer SPD bringt sich derweil aber schon einmal in Stellung, falls tatsächlich Läden im Gutenberg-Center schließen müssten. So wäre „das Vorgehen des neuen Eigentümers unfreundlich und rücksichtslos“, erklären die Partei-Vorsitzenden Mareike von Jungenfeld und Christian Kanka in einem gemeinsamen Statement.

Auch wenn alles rechtlich korrekt sein sollte - nicht alles, was man tun dürfe, müsse man auch tun. „Einem so großen Unternehmen steht es gut an, nicht allein auf die eigenen Interessen zu blicken, sondern auch darauf zu achten, was in seinem Umfeld geschieht“, so die Politiker. Dies gelte umso mehr, da die Händler in der Passage des Gutenberg-Centers zum Gesamtbild und zum Gesamterfolg des Standorts beitrügen.

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