Raubüberfall: Gerieten zwei Mainzer zu Unrecht in Verdacht?

Eigentlich wollte der Mainzer Michael am Dienstagabend in einem Supermarkt in Hartenberg-Münchfeld nur einkaufen. Dass er wenige Minuten später im Mittelpunkt eines Polizei-Einsatzes stehen sollte, hätte er nicht für möglich gehalten.

Raubüberfall: Gerieten zwei Mainzer zu Unrecht in Verdacht?

Sich mit einem Freund treffen, quatschen und gemütlich etwas trinken: Das hatte der Mainzer Michael ursprünglich am Dienstagabend vor. Doch dann nahm der Abend in Hartenberg-Münchfeld eine unerwartete Wendung. In einem Supermarkt wurden Michael und sein Freund Robert* von mehreren Polizeibeamten umstellt.

Verdacht, einen Überfall verübt zu haben

Um kurz vor 20 Uhr seien er und Robert in einer Parkanlage in der Nähe des Supermarkts unterwegs gewesen, sagt Michael. Als sie in Richtung Markt gingen, sei ihnen auf Höhe einer unmittelbar in der Nähe liegenden Apotheke aufgefallen, dass Polizeibeamte dort Personen kontrolliert hätten. Als die beiden dann den Supermarkt-Parkplatz betraten, seien auch sie von den Polizisten angesprochen und kontrolliert worden, sagt Michael, der dort häufiger einkauft. „Auf Nachfrage, warum wir kontrolliert werden, wurde uns dann erklärt, dass sich in der Nähe des Markts ein Raubüberfall ereignet hat.“

Kurz danach seien er und Robert in den Markt gegangen, um sich Getränke zu holen, sagt Michael. „Als wir an der Kasse standen und zahlen wollten, haben wir schon gesehen, dass sich einige Polizisten im Laden aufhalten - und plötzlich hat eine Frau auf uns gezeigt und gesagt: ‘Die waren es’“. Sofort seien sie dann von mehreren Polizeibeamten umstellt und aufgefordert worden, die Hände aus den Hosentaschen zu nehmen. Anschließend seien sie im Büro des Supermarkts kontrolliert und verhört worden, sagt Michael. Noch während sie gewartet hätten, sei dann aber ein Funkspruch gekommen, wonach sie nicht mehr als Täter behandelt würden, sondern als Zeugen.

Kein Vorwurf an Polizei

Am Tag nach dem Vorfall sind Michael und Robert noch immer sehr mitgenommen, wie beide gegenüber Merkurist sagen. „Wir machen der Polizei in diesem Fall überhaupt keinen Vorwurf. Die Polizisten haben nur ihre Arbeit getan“, so Michael. Was für sie viel schwerer wiege, sei die Anschuldigung der Frau, die sie als vermeintliche Täter beschuldigt habe. „Solche gravierenden Vorwürfe können für einen selbst sehr unangenehm werden, auch wenn sie nicht stimmen“, sagt Michael. So etwas könne den guten Ruf zerstören und privat sowie beruflich schwerwiegende Probleme nach sich ziehen. Er überlege, rechtliche Schritte gegen die Frau einzuleiten.

Ähnlich bewertet Robert, der selbst in Hartenberg-Münchfeld wohnt, die Situation. „Auch wenn die Verdächtigung grundlos ist, bleibt bei den Leuten immer etwas hängen.“ Zumal der Supermarkt um diese Uhrzeit stark besucht gewesen sei. Gerne würde auch er die Frau zur Verantwortung ziehen, doch man habe ihm bereits signalisiert, dass es in diesem Fall keine rechtliche Handhabe dafür gebe, so Robert.

Auf Anfrage von Merkurist bestätigt die Mainzer Polizei einen Einsatz in Hartenberg-Münchfeld am Dienstagabend. Ob dabei etwas strafrechtlich Relevantes dahinterstecke, müsse noch geprüft werden, so die Polizei-Pressestelle.

*Namen von der Redaktion geändert. (pk/df)

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