Protest gegen geplante Schiffsanleger in Mainzer Neustadt

Mehrere Hundert Mainzer sind am Mittwoch zur Caponniere in der Neustadt gekommen, um gegen geplante Schiffsanleger an der Südmole zu protestieren. Dabei bildeten sie eine rund 250 Meter lange Menschenkette.

Protest gegen geplante Schiffsanleger in Mainzer Neustadt

Etwa 300 Erwachsene und Kinder haben sich am Mittwochnachmittag am Mainzer Neustadt-Ufer versammelt, um zu demonstrieren. Denn an der Südmole sollen neue Anleger für große Binnenschiffe gebaut werden. Viele Anwohner sind nun verärgert und fürchten Lärm und Abgase (wir berichteten). Um auf das Problem aufmerksam zu machen, bildeten die Demo-Teilnehmer eine rund 250 Meter lange Menschenkette von der Caponniere am Feldbergplatz bis zur Frauenlobstraße. Aufgerufen zu der Aktion hatte die Bürgerinitiative (BI) „Neustadt-Ufer“.

Menschenkette als Impuls für Politik

Wie Torsten Kirchmann von der BI gegenüber Merkurist sagt, sei man zwar nicht generell gegen die Binnenschifffahrt. „Wir sind aber dagegen, dass an einer der dichtestbesiedelten Stellen auf 100 Kilometern ein Anlegeplatz eingerichtet werden soll.“ Es gebe wohl kaum eine Stelle, an der mehr Menschen dichter am Rhein wohnen als in der Mainzer Neustadt. Alternativen zu dem angedachten Anlegeplatz, die man aber leider nicht geprüft habe, gebe es aber. Mit der Aktion wollen man nun einen Impuls setzen, der die Politik noch einmal zum Nachdenken bringt. Es mache einem Mut, so Kirchmann, dass so viele Leute zu der Menschenkette erschienen sind.

Bereits vor wenigen Tagen hatte Kirchmann gesagt, dass die Luft in der Neustadt durch Straßenverkehr und Industrie schon jetzt bis zu den Grenzwerten und oft darüber hinaus mit Feinstaub und Abgasen belastet sei. Sollte der neue Anlegeplatz kommen, würde ein Piratenspielplatz für Kleinkinder dann 15 Meter neben den Auspuffrohren der Schiffe liegen, ebenso die Liegewiese zwischen Caponniere und Frauenlobbrunnen.

„Das Schlimmste: Es wurde keine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt, sie ist auch bislang nicht vorgesehen“, sagt Kirchmann. Die BI fordere deshalb, dass die Anlegestellen und der Autoabsetzplatz nicht gebaut werden. Es müsse ein anderer Standort für die Schiffsanlieger gefunden werden, Politik und Behörden hätten nicht richtig nach Alternativen gesucht.

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