Was passiert mit den Eisenbahntürmen?

Viele Jahre lang waren sie bewohnt: die Türme am Ende der Südbrücke. Mittlerweile stehen sie leer – und wurden schnell zu einem beliebten „Lost Place“.

Was passiert mit den Eisenbahntürmen?

Es sind die wohl ungewöhnlichsten Wohnungen in ganz Mainz: die beiden Türme am Mainzer Ende der Südbrücke. Nur wenige Meter entfernt von den Gleisen, entfernt von dem Lärm vorbeiratternder Züge, wohnten viele Jahre lang Menschen. „Aktuell stehen die Türme aber leer“, sagt eine Sprecherin der Deutschen Bahn (DB) auf Merkurist-Anfrage.

Während die Eisenbahnbrücke, die Mainz mit Ginsheim-Gustavsburg verbindet, nach dem Zweiten Weltkrieg eher zweckmäßig wiederaufgebaut wurde, sind die Türme aus rotem Backstein noch ein Überbleibsel aus dem 19. Jahrhundert. Die Deutsche Bahn ist Eigentümerin. Dass die Türme mittlerweile leerstehen, hatte sich laut DB schnell herumgesprochen. Sie wurden in den vergangenen Monaten ein beliebter „Lost Place“.

„Es war wie bei allen leerstehenden Bahn-Anlagen: Dritte haben immer wieder versucht, sich Zugang zu verschaffen“, heißt es von Bahn-Seite. „Wir beobachten die Strecken regelmäßig und in letzter Zeit waren immer wieder Spuren an der Tür zu sehen.“

Werden die Türme wieder vermietet?

Deswegen hat die Bahn reagiert. Die Türen sind mittlerweile verbarrikadiert, reinkommen ist nicht mehr möglich. „Ein Grund dafür war auch die Unfallgefahr“, so die Bahn. Wie es mit den Türmen weitergeht, ist derzeit noch unklar. Eine Sprecherin sagt: „Es ist nicht geplant, die Türme weiterzuvermieten – Stand heute.“

Merkurist hatte zuletzt über zwei weitere „Lost Places“ in Mainz und Umgebung berichtet. In Bodenheim wucherte eine verlassene Firma dermaßen zu, dass sie zu einer Art Horror-Haus wurde. Das zog wiederum so viele Schaulustige an, dass das Gelände mittlerweile abgesperrt wurde. Ein weiterer „Lost Place“: In der Nähe der Opel Arena befinden sich die Überreste eines ehemaligen Wohnhauses. Diese sind fast komplett mit Graffitis besprüht, überall liegen zerbrochene Glasflaschen, auch Reste von Silvester-Böllern sind zu finden.

(ps)

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