Semesterbeitrag für die Uni Mainz stark gestiegen

Der Semesterbeitrag für Studierende der Johannes Gutenberg-Universität wird immer teurer: Im Vergleich zu 2024 erhöhte sich nun von 305,55 Euro auf 366,90 Euro. Was ist der Grund für diesen großen Kostenanstieg?

Semesterbeitrag für die Uni Mainz stark gestiegen

Nicht nur die Lebenshaltungs- und Mietkosten steigen für Studierende in Mainz. Auch der Semesterbeitrag der Johannes Gutenberg-Universität wurde zum anstehenden Wintersemester angehoben: Im Vergleich zum Vorsemester ist er von 349,10 Euro auf 366,90 Euro gestiegen. Gegenüber Merkurist äußerte sich der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der JGU dazu.

Preiserhöhung als Grund

Der Semesterbeitrag von Studierenden fließt zum größten Teil in das Deutschland-Semesterticket (229,90 Euro) ein. Dieses ist ein speziell für Studierende vergünstigtes Ticket, bei dem sie nur 60 Prozent des regulären Deutschlandticket-Preises für ein Semester zahlen. Hinzu kommen 3,10 Euro für das Leihangebot „meinRad“ der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG). In Anteilen geht der restliche Semesterbeitrag an:

  • das Studierendenwerk Mainz (114 Euro)

  • die Aufgaben der Verfassten Studierendenschaft (17,10 Euro)

  • den studentischen Sportausschuss (1,60 Euro)

  • den studentischen Hilfefonds des AStA (2,75 Euro) sowie an

  • die finanzielle Förderung der Psychotherapeutischen Beratungsstelle (1,55 Euro)

Zum Wintersemester wirkt sich allerdings allein die Preiserhöhung des Deutschlandtickets Anfang dieses Jahres auf das Semesterticket aus, sodass dieses nun 226,80 Euro kostet statt wie im Vorjahr 208,80 Euro. Insgesamt macht die Preiserhöhung des gesamten Semesterticket-Angebots somit 17,80 Euro im Wintersemesterbeitrag aus.

Dass die Erhöhung Anfang 2026 erst zum Wintersemester greift, liegt daran, dass die Preiserhöhungen in den Semesterbeiträgen zeitlich versetzt umgesetzt würden, erläutert Fabian Rüggeberg aus dem Arbeitsbereich Verkehr des AStA gegenüber Merkurist. Da der Semesterbeitrag ein halbes Jahr vor Beginn des entsprechenden Semesters feststehen müsse, würden Studierende immer den Ticket-Preis bereits acht Monate vor Semesterbeginn zahlen. Die Preiserhöhung des Deutschlandtickets Anfang 2026 von 58 Euro auf 63 Euro sei daher erst jetzt zum Wintersemester 2026/27 bei den Studierenden angekommen.

Kritik an steigenden Kosten für Studierende

Das Deutschlandticket als Semesterticket gibt es für die Studierenden der JGU zudem erst seit dem Sommersemester 2024. Seitdem ist der Semesterbeitrag von 305,55 Euro auf 366,90 gestiegen. „Die Veränderung des Semesterbeitrages um rund 50 Euro innerhalb von nur zwei Jahren allein wegen des Tickets ist beunruhigend und führt verständlicherweise zu Unmut“, sagt Rüggeberg vom AStA. „Grundsätzlich wünschen und fordern wir ein günstigeres Deutschlandticket oder zumindest eine größere Rabattierung für Studierende, die von dem Ticket besonders profitieren und oft auch von ihm abhängig sind.“ Der AStA werde aber trotz Kostensteigerung erst einmal am Deutschlandticket festhalten. Dieses biete für Studierende nämlich ein „unvergleichlich hohes Maß an flexibler Mobilität zu einem noch tragbaren Preis“.

Künftig dürfte das Deutschlandticket aber noch teurer werden. Ab dem 1. Januar 2027 wird es an einen Kostenindex angepasst. Das wurde auf der Sonder-Verkehrsministerkonferenz am 18. September 2025 beschlossen. Der Index sieht vor, den Preis des Tickets an die Inflation zu koppeln, wodurch beispielsweise steigende Personal- und Energiekosten in das Deutschlandticket einberechnet würden.

Finanzielle Belastung für Studierende „nicht mehr zumutbar“

Angesichts des Beschlusses forderte auch der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Studierendenwerks Matthias Anbuhl vergangenes Jahr eine Preisobergrenze und eine Kostenentkopplung des Semestertickets vom Deutschlandticket. „Ansonsten droht, dass die Studierendenvertretungen aus den Vereinbarungen zum Deutschlandticket aussteigen müssen, weil die finanzielle Belastung für die Mehrheit der Studierenden nicht mehr zumutbar ist.“ Dadurch würde nicht nur den Studierenden geschadet und ihre Mobilität extrem einschränkt. „Aufgrund des verpflichtenden Charakters des Deutschland-Semestertickets würden zudem die Verkehrsbetriebe eine sichere Einnahmequelle verlieren.“

Aufgrund der Inflation könnte das Deutschland-Semesterticket also noch teurer werden. Diese höheren Kosten würden im kommenden Jahr dann aber erst im Oktober 2027 im Semesterbeitrag bei den Studierenden anfallen.