Die Landeshauptstadt Mainz hat die Ergebnisse einer aktuellen Unternehmensbefragung zu Fachkräften veröffentlicht. Diese zeichnen ein gemischtes Bild: Trotz großer Zufriedenheit mit dem Wirtschaftsstandort Mainz stellt der Fachkräftemangel für viele Betriebe eine Herausforderung dar.
An der Umfrage, die das Institut LQM Marktforschung im November 2025 im Auftrag der Wirtschaftsförderung durchführte, beteiligten sich 171 Unternehmen aus mehr als 18 Branchen. Die Ergebnisse zeigen, dass 72 Prozent der befragten Unternehmen den Wirtschaftsstandort Mainz positiv bewerten.
Viele offene Stellen
Gleichzeitig gaben 62 Prozent der Firmen an, derzeit offene Stellen zu haben. Rund 40 Prozent fühlen sich vom Fachkräftemangel mäßig bis stark betroffen. Besonders schwierig ist die Lage für Unternehmen aus dem Handwerk, dem Bauwesen und dem produzierenden Gewerbe. Als größte Hürden bei der Besetzung von Stellen nannten die Betriebe einen Mangel an Bewerbern und fehlende Qualifikationen.
Viele Unternehmen steuern bereits gegen, indem sie etwa auf vereinfachte Bewerbungsprozesse, Social-Media-Recruiting und flexible Arbeitszeitmodelle setzen. Um Mitarbeiter langfristig zu binden, sind laut Studie flexible Arbeitszeiten sowie Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten die beliebtesten Maßnahmen.
Vielversprechende Maßnahmen werden kaum genutzt
Die Analyse zeigt aber auch, welche Maßnahmen das größte Potenzial zur Fachkräftesicherung haben: die Gewinnung internationaler Fachkräfte und KI-gestützte Recruiting-Prozesse. Genau diese Instrumente werden von den Unternehmen bislang aber nur selten genutzt.
Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz erklärt dazu: „Die Befragung zeigt deutlich, dass die Mainzer Unternehmen die Herausforderungen des Fachkräftemangels aktiv angehen und dabei eine hohe Anpassungsfähigkeit beweisen. Gleichzeitig werden gerade die Maßnahmen, die den größten Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten können, bislang noch zu selten genutzt. Hier sehen wir wichtige Ansatzpunkte für die Arbeit der Wirtschaftsförderung.“
Stadt will Angebote weiterentwickeln
Die Ergebnisse der Befragung sollen nun in die weitere Arbeit der Wirtschaftsförderung einfließen. „Unser Ziel ist es, die bestehenden Unterstützungsangebote zur Fachkräftesicherung weiterzuentwickeln und den Wirtschaftsstandort Mainz langfristig zu stärken – etwa durch die stärkere Einbindung internationaler Talente oder innovative Recruiting-Methoden“, erklärt Teresa Klug, Abteilungsleiterin der Wirtschafts- und Strukturförderung.