Ärger um Pfandflaschen neben Mülleimern

Wer Pfandsammlern das Durchwühlen von Mülleimern ersparen möchte, stellt seine leere Flasche oft neben den Abfallbehälter. Doch nicht immer sind die Mitarbeiter des Ordnungsamts damit einverstanden.

Ärger um Pfandflaschen neben Mülleimern

Um sich ihren Lebensunterhalt aufzubessern, sammeln viele Leute Pfandflaschen. Dabei kommt es auch oft vor, dass die Sammler tief in Mülleimern wühlen, um an die Flaschen zu gelangen. Um es den bedürftigen Menschen zu erleichtern, die Flaschen einzusammeln, gibt es seit einiger Zeit eine Bewegung, die fordert: „Pfand gehört daneben“.

Auf der offiziellen Seite des Projekts heißt es dazu: „Wer Pfandflaschen nicht in den Müll wirft, sondern danebenstellt, zeigt eine kleine Geste der Solidarität den Menschen gegenüber, die mithilfe von Pfandgut ihr tägliches Leben meistern.“ In einigen Städten im Rhein-Main-Gebiet gibt es deswegen Mülleimer mit einer Halterung, in die die Flaschen gestellt werden können, damit sie nicht mehr auf den Boden gestellt werden müssen.

In Mainz ist das noch nicht der Fall. Deshalb stellte Merkurist-Leser „Ko Jo“, der die „Pfand gehört daneben“- Aktion unterstützen wollte, seine Pfandflasche neben einen öffentlichen Mülleimer. Doch dadurch bekam er Probleme mit dem Mainzer Ordnungsamt. „Ich habe eine Pfandflasche neben den Mülleimer gestellt und wurde daraufhin vom Ordnungsamt angesprochen. Ich konnte mich entscheiden: Entweder die Flasche in den Müll werfen oder ein Bußgeld akzeptieren“, so „Ko Jo“.

Einige Merkurist-Leser finden, dass das Vorgehen des Ordnungsamts in diesem Fall korrekt ist. So kommentiert Karl: „Müll gehört in den Mülleimer, Pfandflaschen gehören zurückgebracht. Wer spenden möchte, soll spenden - aber nicht, indem er Müll in die Gegend stellt.“ Eine andere Leserin schreibt: „Dagegen ist auch nichts einzuwenden, hätte schon viel früher passieren müssen, nur müssen die Mitarbeiter konsequent vorgehen.“

Was die Stadt Mainz sagt

Bei der Stadt Mainz kennt man die „Pfand gehört daneben“-Aktion, bewertet den Fall aber differenziert. Grundsätzlich sei es so, dass auf der Grundlage des Verwarnungsgeldkataloges der Stadt Mainz das Wegwerfen einer Flasche beziehungsweise Dose und auch das Abstellen oder Liegenlassen mit einem Verwarngeld von 25 Euro geahndet wird, sagt Stadtsprecher Marc André Glöckner. Der Vollzugsdienst des Ordnungsamtes habe den Auftrag, solchen Verstößen nachzugehen.

Ziel sei es, dass weniger Müll achtlos liegen gelassen wird. Das heißt ein Erziehungseffekt solle eintreten. „Wenn jedoch offensichtlich ist, dass eine Pfandflasche zielgerichtet neben einen Mülleimer gestellt wird, damit diese von Flaschensammlern mitgenommen werden kann, dann sind die Kollegen angehalten, sensibel und mit Fingerspitzengefühl vorzugehen, sprich hier drücken wir ein Auge zu und verwarnen nicht“, so Glöckner.

„Pfandringe“, also Mülleimer mit einer Halterung für Flaschen, hat die Stadt Mainz getestet. „Wir sind da jedoch zurückhaltend. Im Rahmen eines Pilotversuchs in Mainz haben wir schlechte Erfahrungen gemacht“, so Glöckner. Beispielsweise seien in die Pfandringe auch andere Abfälle hineingesteckt worden. Diese hätten sich dann darin verkeilt. (rk)

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