Meenz oder Määnz – was ist richtig?

Für Zugezogene ist die Frage leicht zu beantworten: Mainz wird eben „Mainz“ geschrieben. Doch was schreiben die Ur-Mainzer? „Meenz“ oder „Määnz“. Eine brisante Frage.

Meenz oder Määnz – was ist richtig?

Am Freitag steht in der ARD wieder die Kult-Sendung „Mainz bleibt Mainz“ auf dem Programm – wenn auch unter besonderen Corona-Bedingungen (wir berichteten). Seit Jahrzehnten gehört die Fernsehsitzung zur Fastnacht dazu, doch bei dem Namen hatten sich die Verantwortlichen vor einer wichtigen Entscheidung offenbar gedrückt. Denn nur die hochdeutsche Variante des Titels ist eindeutig, in Dialektform hätte es zwei Möglichkeiten gegeben: „Määnz bleibt Määnz“ oder „Meenz bleibt Meenz“. Doch was ist richtig?

Diese Frage ist in Mainz brisant. Schon der berühmte Fastnachter Herbert Bonewitz machte sich in dem Buch „Sehnse, des is Määnzerisch“ Gedanken darüber. Das „gediegene“ Publikum, so Bonewitz, sage „Määnz“, das rustikalere „Meenz“. Letzteres stamme vor allem aus dem Altmainzer Viertel Vilzbach, wo lange Zeit ein anderer Dialekt gesprochen wurde als im restlichen Mainz. Die Schreibweise „Meenz“ habe sich dann nach dem Zweiten Weltkrieg in Mainz verbreitet.

Außerdem, so schrieb die Seite „Narhallamarsch“, würden vor allem junge Mainzer die Schreibweise „Meenz“ bevorzugen, weil es weicher wirke als die Version mit 'ä'. Allerdings habe die Schreibweise nichts mit der Aussprache zu tun: „Der Vokal wird ähnlich dem englischen 'Main' ausgesprochen.“

Fastnachtslieder

In der Mainzer Literatur wird meist die ä-Variante bevorzugt, genauso wie in den meisten Fastnachtsliedern. Eine Traditionshymne der Mainzer Fastnacht heißt „Määnz bleibt Määnz“. Allerdings wird das Lied „Meenzer Bube, Meenzer Mädcher“ wiederum mit „ee“ geschrieben.

Also jeder, wie er will? Genauso machten es zumindest zwei Lokale in der Neustadt, die früher nur 100 Meter voneinander entfernt lagen: Der „Meenzer Bub“ und das „Määnzer Mädchen“.

Logo