Ist der Monster-Mann zurück in Mainz?

Schaurig-schöne Monster sind sein Markenzeichen: Der Streetart-Künstler Monster-Mann platziert seine Sticker meist auf der Rückseite von Verkehrsschildern. Vor drei Jahren zog er aus Mainz fort. Doch jetzt tauchen neue Monster-Motive auf.

Ist der Monster-Mann zurück in Mainz?

Ob am Rhein, in der Altstadt oder am Hauptbahnhof: Überall in der Stadt kann man auf Verkehrsschildern, Ampelmasten oder auch Regenrinnen bunte Monsterköpfe sehen. Da die Monster nicht aufgesprüht, sondern aufgeklebt sind, spricht man von „Stickern“, einer Form von moderner Streetart. Verantwortlich für die hässlich-hübschen Kreaturen ist der Künstler „Monster-Mann“, der anonym bleiben möchte. Für seine kleinen Kunstwerke benutzt er Klebefolie, auf die er die Monster aufsprüht und sie anschließend mit Edding- und Lackstiften nachbearbeitet.

Bei der Präsentation seiner Werke setzt der Monster-Mann auch auf Interaktion mit dem Betrachter: „Ich gebe meine Kunst der Öffentlichkeit preis und jeder, der will, kann etwas dazumalen oder - stickern. Wem es nicht gefällt, der kann es abreißen“, sagte der Monster-Mann vor drei Jahren in einem Gespräch mit Merkurist. Kurz danach verließ der Künstler Mainz, um in Nordrhein-Westfalen sein Studium fortzusetzen. Viele seine Monster kleben bis heute in der Stadt. Doch seit einigen Wochen sind an einigen Stellen neue Monster-Sticker aufgetaucht. Leser Reiner fragt nun: „Neue Aufkleber - Ist der Monster-Mann wieder in Mainz?“

Merkurist nahm Kontakt zu dem Künstler auf. Und in der Tat, der Monster-Mann ist zurück in Mainz. „Ich bin seit etwa drei Monaten wieder in Mainz, ich habe die Stadt vermisst“, so der junge Mann bei einem Treffen am Rheinufer. Aus Mainz sei er damals bewusst weggegangen, um „über den Tellerrand hinaus zu schauen“. Seine Rückkehr habe vor allem familiäre Gründe. Zudem habe er hier nun eine feste Stelle im sozialen Bereich und eine 40 Stunden-Woche.

Trotzdem habe er schon überprüft, was mit seinen alten Monstern passiert ist. „Nach meiner Rückkehr habe ich geguckt, welche Monster noch so leben - und es gibt noch einige hier.“ Das habe ihn animiert, in seiner Freizeit wieder neue Sticker anzufertigen. Bei der Auswahl der Standorte für seine Monster will sich der Künstler nun voll auf Mainz konzentrieren. Vor allem an der Uni sieht der Künstler Nachholbedarf. Dort seien aufgrund einiger Reinigungsaktionen viele seiner Monster entfernt worden.

Aber auch während seiner Zeit in Nordrhein-Westfalen war der Künstler aktiv. So kleben seine Monster unter anderem in Köln und Wuppertal. Die Streetart-Szene in einigen Gegenden dort habe er aber als nicht harmonisch wahrgenommen. „Dort wurden Motive einfach abgerissen und kaputt gemacht“, sagt der Monster-Mann. Dort seien alle Künstler irgendwie miteinander verfeindet. In Mainz sei dies anders.

Ausstellung mit anderen Künstlern in Mainz

Kürzlich habe er in Mainz den Streetartkünstler „Notos“ kennengelernt. Dieser habe ihm dann weitere Szene-Künstler vorgestellt. Gemeinsam planen sie nun, ihre Werke in Mainz bei einer Ausstellung zu präsentieren. „Im Alten Postlager werden etwa zehn bis 15 Künstler ihre Werke ausstellen“, sagt der Monster-Mann. Dort werden dann Bilder seiner Monster zu sehen sein, und Fans haben die Möglichkeit, einige seiner Monster zu kaufen. Zudem könnten die Besucher im Alten Postlager sehen, wie sich seine Monster im Laufe der vergangenen Jahre weiterentwickelt haben, sagt der Monster-Mann.

Demnächst plane er auch, neue Formen zu kreieren und abstrakte Figuren zu entwerfen und mehr „in die künstlerische Ecke“ zu gehen. Zudem habe er auch wieder Lust, Drachen- und Katzensticker zu entwerfen. Bis dahin macht er aber noch mit seinen Monstern weiter und freut sich, dass viele Mainzer seine Kreaturen kennen. „Es ist schön, wenn Leute die Monster sehen und dann sagen: ‘Ach, die sind doch von dem Monster-Mann’.“ Auf den verschiedenen Social Media-Kanälen will der Künstler seine Werke aber auch in Zukunft nicht präsentieren. (nl)

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