Silvesterkrawalle in Berlin: Gab es auch Angriffe auf Mainzer Einsatzkräfte?

Zum Jahreswechsel wurden bundesweit vielerorts Polizei-, Feuerwehr- und Rettungsdienstmitarbeiter angegriffen. Merkurist hat nachgefragt, was bei uns passiert ist.

Silvesterkrawalle in Berlin: Gab es auch Angriffe auf Mainzer Einsatzkräfte?

Sie sollen Helfer in der Not sein, an Silvester sind sie aber vielerorts selbst in Not geraten: Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. Doch wie haben die Einsatzkräfte den Jahreswechsel 2022/2023 in Mainz erlebt? Merkurist hat nachgeforscht.

Der Pressesprecher der Mainzer Polizei, Rinaldo Roberto, konnte Übergriffe auf Polizisten in Mainz in der Silvesternacht nicht bestätigen. Auch der Mainzer Feuerwehr sind keine Ausschreitungen gegenüber Feuerwehrkräften bekannt. Im Gegenteil sei man ihnen hilfsbereit und rücksichtsvoll begegnet, so Pressesprecher Michael Ehresmann. Philipp Köhler, Sprecher des DRK Rheinhessen-Nahe, konnte ebenfalls keine Angriffe auf Rettungsdienstmitarbeiter in Mainz registrieren. Die Stadt hat den Jahreswechsel offenbar friedlich gefeiert. Das bestätigt den vom SWR vermeldeten Eindruck der Einsatzkräfte aus ganz Rheinland-Pfalz, dass das Bundesland insgesamt mit wenigen Krawallen ins neue Jahr gestartet ist.

Pöbeleien und Angriffe auf Einsatzkräfte nehmen zu

Rettungsdienste und Feuerwehr haben in Mainz dennoch in den vergangenen Jahren immer häufiger mit Übergriffen von Zivilpersonen zu kämpfen. Köhler zufolge sei der DRK vor allem mit einer zunehmenden Anspruchshaltung konfrontiert: Patienten verlangten beispielsweise immer häufiger auf impertinente Art und Weise, in ein bestimmtes Krankenhaus transportiert zu werden oder eine bestimmte Behandlung zu bekommen. Nicht nur beim DRK seien die Rettungsdienstmitarbeiter immer häufiger mit Unmut konfrontiert, so sein Eindruck.

Auch Feuerwehrsprecher Ehresmann bestätigt eine Zunahme der Übergriffe aus der Bevölkerung auf die Mainzer Einsatzkräfte. Wie auch beim Rettungsdienst sei vor allem die Erwartungshaltung der Menschen an die Feuerwehr gestiegen. Auch habe er den Eindruck, dass das Verständnis für Behinderungen durch notwendige Maßnahmen – etwa Straßensperrungen – immer weiter abnehme.

Konsequente Ahndung von Straftaten

Der Respekt gegenüber Rettungskräften in der Bevölkerung müsste wieder zunehmen, wünscht sich DRK-Sprecher Köhler. Dafür sei neben Aufklärungsarbeit auch konsequente Strafverfolgung nötig, wenn es in Mainz doch einmal einen Ausreißer im Sinne eines tätlichen Angriffs auf einen Rettungsdienstmitarbeiter gäbe.

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