Das Problem mit den zugewachsenen Verkehrsschildern

In den Sommermonaten kommt es ab und zu vor, dass Verkehrsschilder von blühenden Bäumen und Sträuchern verdeckt und deshalb von Autofahrern nicht gesehen werden. Doch wer hat Schuld, wenn es deshalb zu einem Unfall kommt?

Das Problem mit den zugewachsenen Verkehrsschildern

Ob Halteverbotszonen, Vorfahrt achten-Gebote oder Tempo-Limits: In Mainz gibt es tausende Schilder, die den Straßenverkehr eindeutig regeln sollen. Was ist aber, wenn Verkehrsschilder von Autofahrern nicht wahrgenommen werden, weil sie nicht zu erkennen sind?

In Bretzenheim ist beispielsweise das „Vorfahrt gewähren“-Schild an der Auffahrt zur A60 momentan von Sträuchern zugewachsen. Autofahrer haben hier fast keine Chance, das Verkehrsschild rechtzeitig zu erkennen.

Im schlimmsten Fall könnte es an dieser Stelle dadurch zu einem Unfall kommen. Die Schuldfrage ist dann aber nicht immer ganz einfach zu klären.

Wie die Polizei die Situation bewertet

Falls es aufgrund eines zugewachsenen Verkehrsschild tatsächlich zu einem Unfall kommen sollte, bewerte die Polizei die Situation weder positiv noch negativ, so ein Sprecher. „Wir sammeln ganz objektiv alle Informationen, die zu dem Unfall geführt haben.“ Neben den Aussagen der Betroffenen würde in einem Bericht auch erfasst werden, dass das Schild beispielsweise verdeckt war. Es werde zudem geprüft, ob der Unfallverursacher die Verkehrssituation nicht auch ohne das verdeckte Schild hätte erkennen können, so der Sprecher.

Alle gesammelten Informationen gebe die Polizei dann an einen Richter weiter, der letztlich die Schuldfrage klären müsse. Generell kämen Unfälle aufgrund verdeckter Verkehrsschilder aber eher selten vor. Sollten Schilder zugewachsen sein, sei es Aufgabe der örtlichen Kommunen oder bei Straßen außerhalb des Stadtgebiets des Bundes oder des Landesbetriebs Mobilität (LBM), die Schilder wieder freizulegen. Im Fall des verdeckten Schilds in Bretzenheim sei die Stadtverwaltung zuständig, so der Polizeisprecher.

Das bestätigt auch der Mainzer Stadtsprecher Marc André Glöckner: „Sollten die Schilder auf städtischem Grund sein, werden diese von der Stadt freigeschnitten.“ Generell achte die Verkehrsverwaltung auf die Zustände der Schilder. Die Bevölkerung könne aber gerne Hinweise zu zugewachsenen Schildern auf öffentlichem Grund liefern. Sollten zugewachsene Verkehrsschilder auf Privatgrundstücken liegen, würden die Grundstücksbesitzer informiert und gebeten, die Schilder wieder freizulegen. (pk)

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