OB-Wahl in Mainz: Das sagen die Kandidaten zu den Ergebnissen

Sieben Kandidaten waren bei der OB-Wahl am Sonntag gegeneinander angetreten, zwei von ihnen kommen im März in die Stichwahl. Das sagten sie nach Abschluss der Wahl.

OB-Wahl in Mainz: Das sagen die Kandidaten zu den Ergebnissen

Bei der Wahl zum Mainzer Oberbürgermeister (OB) kam es am Sonntag zu einigen Überraschungen. So erlitt etwa die SPD, die seit 1949 immer den OB in Mainz gestellt hatte, mit nur 13,3 Prozent eine herbe Niederlage. 40,2 Prozent hingegen gab es für den parteilosen Nino Haase, auch der Grüne Christian Viering (21,5 Prozent) erreichte die Stichwahl.

Die CDU-Kandidatin Manuela Matz kam nur auf 13,5 Prozent. Ihre Parteikollegin in Hechtsheim, Ulrike Cohen, wird am 5. März bei der Wahl zur nächsten Ortsvorsteherin gegen die SPD-Kandidatin Ylva Dayan in die Stichwahl gehen. Dr. Marc Engelmann (FDP) kam auf 3,8 Prozent, Lukas Haker von Die Partei auf 0,6 Prozent (vorläufige Ergebnisse).

Linke legte deutlich zu

Aufwind hingegen gab es für die Mainzer Linke: Ihr Kandidat Martin Malcherek kam auf 7,1 Prozent der Stimmen. Bei der vergangenen Wahl vor vier Jahren hatte er noch 2,8 Prozent der Stimmen bekommen. „Sehr zufrieden“ sei der Kreisverband der Linken mit dem Ergebnis, meldete die Co-Kreisvorsitzende Miriam Bürger nach der Wahl. „Das Wahlergebnis zeigt, dass die Linke in Mainz immer besser ankommt. Es zeigt, dass wir auf die richtigen Themen gesetzt haben“, so Malcherek . „Die Mainzer:innen sind unzufrieden mit der Ampelkoalition, wie man es an unserem oder dem Ergebnis von Nino Haase ablesen kann. Wir gehen mit Rückenwind in den kommenden Kommunalwahlkampf und werden weiterhin sozialökologische Themen glaubwürdig vertreten.“

Trotz seines Abschneidens von 3,8 Prozent zeigte sich der FDP-Kandidat Dr. Marc Engelmann gut gelaunt nach der Wahl. Er gratulierte den beiden Wahlgewinnern persönlich und sagte gegenüber Merkurist: „Es hätte zwar ein bisschen mehr sein dürfen, aber dass wir es schwer haben werden, in die Stichwahl zu kommen, wussten wir von Anfang an.“

SPD schaut „mutig nach vorn“, sagt von Jungenfeld

Das Ergebnis der SPD werde nun „in Ruhe in den Gremien analysiert“, sagte Kandidatin Mareike von Jungenfeld, die auch Co-Vorsitzende der Mainzer SPD ist. Die Partei schaue trotzdem „mutig nach vorne“, vor allem im Hinblick auf die Kommunalwahlen im nächsten Jahr.

Auf der Wahlparty der SPD tauchte auch der Kandidat von „Die Partei“ auf. Er sei dort, weil er glaube, dass es „bei der SPD heute Abend die beste Stimmung“ gebe, so Lukas Haker gegenüber Merkurist. Anschließend wollte er weiter zur FDP gehen, da es dort „ganz viel Champagner“ gebe. Am Ende, so meinte Haker noch, sei er wohl der einzige, der „glücklich aus dem Laden rausgehen wird“.

Von einem „bitteren Tag sprach der Kreisvorsitzende der CDU Mainz, Thomas Gerster, direkt nach der Wahl zu dem Ergebnis von Manuela Matz. „Ich hatte gehofft, dass wir heute ein schöneres Ergebnis einfahren. Aber wir müssen sehen, dass wir die Oberbürgermeisterwahl mit großem Abstand nicht gewonnen haben.“ Woran das liegt, werde in den nächsten Tagen und Wochen im Kreisvorstand analysiert werden. Das gute Wahlergebnis in Hechtsheim lasse ihn aber „nach vorne sehen“.

„Wir haben das Ziel erreicht“, meldete Christian Viering. „Für uns ist es ein gutes Wahlergebnis.“ Die Stichwahl gegen Nino Haase „gewinnen wir“, zeigt er sich optimistisch.

Nino Haase fühlte sich nach seinem Abschneiden „ziemlich euphorisch“, erklärte er im Merkurist-Interview. Er sei „sehr zufrieden“ mit dem erzielten Ergebnis, ebenso mit dem Verlauf des Wahlkampfs der vergangenen Wochen. Mit einem guten Ergebnis habe er jedoch bereits vorher schon gerechnet. Er wolle nun „kurz durchatmen“, bevor es mit dem zweiten Wahlkampf zur Stichwahl am 5. März weitergehe.

Der Wahlausschuss wird nun am Montag (13. Februar) die Ergebnisse der Wahl prüfen. Dann werde laut der Stadt Mainz das amtlichen Endergebnis festgelegt und die Kandidaten für die Stichwahl offiziell zugelassen.

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