Vatikan gegen Segnung von homosexuellen Paaren – so denkt Bischof Kohlgraf

Mainzer Bischof nimmt „Verletzungen“ wahr

Vatikan gegen Segnung von homosexuellen Paaren – so denkt Bischof Kohlgraf

Am Montag hat der Vatikan eine Erklärung veröffentlicht, wonach die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare strikt abgelehnt wird. Papst Franziskus hatte das Dokument gebilligt. Gott könne Sünde nicht segnen, hieß es darin unter anderem. Nun gibt es weltweit Diskussionen über das Vatikan-Statement. Am Dienstag hat sich auch der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf zum Thema geäußert.

„Nach der gestrigen Veröffentlichung der Glaubenskongregation haben mich viele Rückmeldungen erreicht, die ihr Unverständnis und ihre Enttäuschung über die Aussage der Erklärung äußern. Ich nehme wahr, wie viele gläubige Menschen dadurch enttäuscht und verletzt sind, keineswegs nur unmittelbar Betroffene“, so Kohlgraf. Ihn selbst treibe das Thema um, sagte er weiter. „Und ich bin allen Betroffenen dankbar, denen daran gelegen ist, mit unserer Kirche in Verbindung zu bleiben.“

Bereits im Februar hatte Kohlgraf sich in einem Beitrag in der Kirchenzeitung „Glaube und Leben“ zu Segensfeiern für homosexuelle Paare geäußert. „Ich möchte insbesondere nochmals auf den letzten Absatz meines Textes hinweisen, zu dem ich nach wie vor stehe“, betonte Kohlgraf am Dienstag. Darin heißt es unter anderem: „Kann ich als Bischof einen Segen rückgängig machen? Will ich derart viel zartes Porzellan bei glaubenden Menschen zerbrechen? Mir erscheint dies wenig sinnvoll.“

Weiter schrieb Kohlgraf: „Nein, ich plädiere nicht für eine Segensform, die einer Trauung ähnlich ist. Aber ich plädiere für eine Begleitung – anstatt zu urteilen. Und ich plädiere dafür, mit den (…) Betroffenen zu reden – und nicht über sie – und bei ihnen zu bleiben.“

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