Die Geschichte hinter diesem Bild

Schiff an Schiff drängte sich im Juli 1964 auf dem Rhein bei Mainz. Doch was war passiert?

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Wer am 15. Juli 1964 am Rheinufer bei Mainz stand, dürfte sich gewundert haben. Denn an diesem Tag reihte sich hier Schiff an Schiff. Doch was war passiert, dass ein solcher Stau die wichtigste Wasserstraße Deutschlands verstopfte?

Schuld war ein schweres Unglück, das sich in der Nacht des 14. Julis 1964 bei Rheindürkheim (Landkreis Alzey-Worms) ereignet hatte. Das Tankmotorschiff „Eildienst 17“ und das Motorgüterschiff „Hedwig“ waren an Rheinkilometer 449 zusammengestoßen. Ersteres hatte Zyklo-Hexan geladen. Dieser Kohlenwasserstoff ist leicht entzündlich und hochexplosiv.

Bei dem Zusammenstoß bekam das Tankmotorschiff ein Leck, wie das „Darmstädter Echo“ am 16. Juli 1964 berichtete. Etwa 200.000 Liter liefen aus und „schwammen als riesiger Fleck auf der Wasseroberfläche rheinabwärts“. Schließlich kam es zur Katastrophe: Die Flüssigkeit explodierte. „Vermutlich durch eine offene Feuerstelle an Bord der aneinandergekoppelten, bergwärts fahrenden Motorschiffe ‘Maria’ und ‘Barbara-Claudia’ […] wurde das schwimmende Zyklo-Hexan entzündet.“

Das Feuer griff auf die beiden Schiffe über

Nach dem Explosionsknall stand die Wasseroberfläche in Flammen, das Feuer griff auf die beiden Schiffe über. Vier Menschen starben bei diesem Unglück, darunter zwei Kinder. Sie verbrannten bei dem Feuer auf dem Schiff, zwei weitere Personen ertranken. Die beiden Schiffsführer wurden mit schweren Brandverletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Der Rhein wurde für die Schifffahrt gesperrt, das Baden im Fluss war untersagt. Zunächst konnte die „Eildienst 17“ mit der hochexplosiven Fracht ihre Fahrt nicht fortsetzen. Bestimmt war die Ladung für das Chemieunternehmen BASF in Ludwigshafen. Unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen wurde das Zyklo-Hexan laut „Darmstädter Echo“ auf ein anderes Schiff umgeladen, danach konnte der Rhein wieder freigegeben werden.

Dieses und andere Bilder sind ab Dienstag, 3. September, in der Rathausgalerie zu sehen. Dann werden Pressefotos von Rudi Klos, der vor allem für die Allgemeine Zeitung unterwegs war, ausgestellt. Oberbürgermeister Michael Ebling eröffnet die Ausstellung am Montag, 2. September, um 18 Uhr. (pk)

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