Krieg in Ukraine: Ex-Mainz-Coach Schwarz schildert seine Situation in Russland

Bleibt er oder verlässt Ex-Mainz-Coach Sandro Schwarz Russland? Diese Frage stellen sich seit Kriegsbeginn in der Ukraine viele Fußball-Fans. Auf einer Pressekonferenz gab der Trainer von Dynamo Moskau nun Einblicke in seine Entscheidungsfindung.

Krieg in Ukraine: Ex-Mainz-Coach Schwarz schildert seine Situation in Russland

Sportlich läuft es gerade perfekt für Sandro Schwarz. Mit seinem Verein Dynamo Moskau belegt der Ex-Mainz 05-Coach zurzeit Platz eins in der russischen Liga. Erst im vergangenen Dezember verlängerte der gebürtige Mainzer aufgrund der positiven Entwicklung seines Klubs den Vertrag in Moskau. Der Angriff Russlands überraschte nun aber auch Schwarz eiskalt. Seit Beginn der Kriegs in der Ukraine wollte sich der 43-Jährige auch nicht zum schwelenden Konflikt äußern. Im Anschluss an das Ligaspiel seines Vereins in Chimki am Samstag hat Schwarz jetzt aber sein Schweigen gebrochen und erzählt, was ihn bewegt.

„Es geht nicht um mich“

Von Reportern angesprochen, dass es im Internet viele Gerüchte gebe, wonach er nun Moskau verlassen könnte, sagte Schwarz: „In der aktuellen Situation verstehe ich, dass es solche Gerüchte gibt.“ Aktuell über Fußball zu sprechen, sei nicht leicht. Seiner persönlichen Verantwortung, die er gegenüber seiner Familie, die mittlerweile bei ihm in Moskau wohnt, und auch die er gegenüber seinen Verwandten in Deutschland und gegenüber seinen Freunden trage, sei er sich bewusst.

In den 14 Monaten, in denen er jetzt bei Dynamo sei, könne er sagen, dass alle Mitarbeiter des Klubs eine professionelle Einstellung zeigen, erklärt Schwarz. „Unsere Zusammenarbeit bereitet mir Freude. Ich fühle mich wohl, hier zu arbeiten.“ Im Moment stehe die Sicherheit der Menschen an erster Stelle. Dennoch wolle er in Moskau bleiben. „Ich bin nicht der Mensch, der sich ein Ticket kauft, ins nächste Flugzeug steigt und sich davonmacht. Es geht nicht um mich. Ich fühle mich verantwortlich und werde hier im Klub bleiben“, sagt Schwarz.

Dennoch habe er auch absolutes Verständnis für seinen Co-Trainer Andrey Voronin, der Russland verlassen hat. Der Ukrainer Voronin, der selbst einst in Mainz zusammen mit Schwarz spielte, äußerte vor ein paar Tagen heftige Kritik an Russlands Angriff auf sein Heimatland (wir berichteten). Indes ist unklar, wie es im russischen Fußball in den nächsten Wochen weitergeht. Am letzten Wochenende wurden bereits die ersten Spiele abgesagt.

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