Mainzer Gründer produziert Trinkhalme aus Glas

Den Tonnen an Plastikmüll nachhaltig ein Ende setzen - das wollen die Gründer von „Pacific Straws“ mit ihrem Trinkhalm aus Glas. Er soll die klassischen Strohalme aus Plastik ersetzen.

Mainzer Gründer produziert Trinkhalme aus Glas

Pro Tag werden laut der Europäischen Union (EU) etwa eine Milliarde Plastik-Strohhalme verwendet und weggeschmissen. Ungefähr 300 bis 500 Jahre dauere es, bis das Plastik völlig abgebaut ist. Vor diesem Hintergrund hat die EU nun beschlossen, Plastik-Trinkhalme zu verbieten. Doch welche Alternativen gibt es? Das haben sich drei junge Gründer der Firma „Pacific Straws“ gefragt und eine Antwort gefunden: Gläserne Trinkhalme. Merkurist hat mit einem Gründer des Start-up- Unternehmens, dem Mainzer Robert Dehghan, gesprochen.

Merkurist: Robert Dehghan, was ist „Pacific Straws“?

Robert Dehghan: Meine Freundin Lara Schnieders, ihre Schwester Corinna und ich sind die Gründer der Firma „Pacific Straws“. Straw steht im Englischen für Trinkhalm, und Pacific haben wir im Namen, weil wir auf die riesigen Müllberge voller Plastik hinweisen wollen, die im Pazifik schwimmen. Mit unseren Produkten wollen wir dazu beitragen, diese nicht größer werden zu lassen.

Die Firma gibt es seit Ende Juni 2018. Wir produzieren gläserne Trinkhalme. Ich komme aus Mainz, wo wir auch unser Glas von der Firma Schott beziehen. Meine Geschäftspartner sind aus dem Hunsrück, hier haben wir unsere Produktion. Unsere Vision ist es, die Welt mit unserem Produkt ein Stück zu verbessern und unnötigen Müll zu vermeiden.

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, Glas-Trinkhalme zu produzieren und wie hat alles angefangen?

Wir kamen durch unterschiedliche Erfahrungen auf die Idee. Corinna kommt aus dem Gastrogewerbe und hat gesehen, wieviele Strohhalme täglich dort verwendet werden. Lara war ein halbes Jahr in Costa Rica, ich war in Indien: Wir haben dort die unfassbaren Mengen an Plastikmüll gesehen, wobei Plastik-Strohhalme einen großen Teil davon ausmachen, und gemerkt, dass wir handeln müssen. Kurz nachdem wir die Firma gegründet haben, haben wir erfahren, dass die EU Plastik-Strohhalme verbieten will. Das hat uns in unserer Idee bestätigt. Am Anfang habe ich selbst am Feuer gesessen und die Glashalme gedreht, abends bin ich dann von Bar zu Bar gelaufen und habe die Produkte beworben. Mittlerweile produzieren wir maschinell und werden dabei von einem erfahrenen Partnernetzwerk unterstützt.

Was genau bietet Ihr zurzeit an?

Wir sind überzeugt davon, dass Glas die beste Alternative zu einem Plastik-Strohhalm ist. Alle Produktionsschritte stehen unter eigener Qualitätssicherung und finden in Deutschland statt. Wir produzieren zwei unterschiedlich lange Halme, die in der Spülmaschine gereinigt werden können, bieten aber auch Reinigungsbürsten an. Außerdem können wir die Trinkhalme individuell mit Namen gestalten und bald in großem Umfang mit beliebigen Logos versehen.

Wie lautet Euer Ziel für dieses Jahr und was sind die nächsten Schritte?

Das erklärte Ziel für dieses Jahr ist es, sich in ganz Deutschland fest als einer der wenigen Anbieter für Glas-Trinkhalme zu etablieren und uns dann auch personell zu vergrößern. Neben Deutschland steht unser zweiter Vertrieb in Spanien im Fokus. Wir haben durch Verwandtschaft ein Unternehmen an unserer Seite, das 25 Jahre Erfahrung in der Produktion von Spezialglas vorweisen kann und uns mit Expertise zur Seite steht. Das ist ein großer Vorteil und eines der Erfolgsrezepte.

Unsere Firma gibt es nun erst knapp zwei Monate und wir können dank maschinellem Equipment zurzeit schon um die tausend Trinkhalme pro Tag selbst produzieren. Außerdem arbeiten wir an unserer neuen Web-Site mit integriertem Online-Shop, der in wenigen Wochen an den Start gehen wird. In der Zwischenzeit kann man bei uns über ein Kontaktformular bestellen.

Vielen Dank für das Gespräch, Robert Dehghan!

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