Mainzer erfindet „Tinte Gin“

Es sieht aus wie Tinte, ist aber eine Spirituose: Seit Oktober gibt es einen neuen Gin aus Mainz. Die Zutaten hat Florian Polakovski teilweise bei seinen Reisen auf der ganzen Welt entdeckt - von jedem Kontinent steckt etwas in dem Gin.

Mainzer erfindet „Tinte Gin“

Mehr als zehn Jahre lang war Florian Polakovski Barkeeper in Mainz, Wiesbaden und Koblenz. Inzwischen arbeitet er hauptberuflich als Finanzmanager - und brachte nebenher nun seinen eigenen Gin auf den Markt. Und der sieht nicht gerade gewöhnlich aus: Die Glasflasche wirkt wie ein großes Tintenfass, die Flüssigkeit selbst ist dunkelblau.

Nur im Geschmack erinnert der „Tinte Gin“ nicht an die Schreibflüssigkeit, nach der er benannt ist. „Er ist ein relativ runder Dry Gin mit Zitrus- und floralen Noten“, sagt Polakovski. „Durch afrikanisches Rotsandelholz hat er trotzdem Komplexität.“ Den Gin könne man pur oder auch mit Tonic Water trinken - dabei verfärbt er sich von dunkelblau zu lila.

Blume aus Fernost sorgt für blaue Farbe

Polakovski wohnt zwar in Mainz, geht aber seit Jahren viel auf Reisen. Dabei streifte er schon oft über Märkte in Afrika und Asien. Von dort nahm er sich dann einheimische Kräuter mit, die man in Europa nicht kaufen kann. „Ich probiere aus, was ich damit machen kann“, sagt Polakovski. Er experimentierte mit Tee- und Kaltgetränken, bis er für den Geburtstag eines Freundes die Rezeptur für den „Tinte Gin“ erfand. „Die blaue Farbe kommt von einer Blume aus Fernost, die in ärmeren Ländern dazu benutzt wird, den PH-Wert von Wasser anzuzeigen.“ Generell habe er nur natürliche Zutaten für den Gin verwendet.

Nachdem er das Rezept noch verfeinert hat, verkauft Polakovski nun nebenher mit seinem Mainzer Start-up „Edelranz“ seit dem 19. Oktober den „Tinte Gin“, der in einer Destille im Rhein-Main-Gebiet hergestellt wird. Das Besondere an der Spirituose ist aber, dass in ihr Zutaten aus allen Kontinenten vereint werden. „Wir haben die Welt in einer Flasche“, sagt Kadi Kamara. Sie ist für das Marketing zuständig. Außer ihr gehört noch Alexander Petruschin zum Team. Edelranz stehe für Gegensätze, die sich verbinden, so Kamara. „Jeder von uns ist anders, trotzdem wollen wir zusammenkommen.“ Auch Nachhaltigkeit sei dem Team sehr wichtig.

Mittelfristig soll es nicht beim „Tinte Gin“ bleiben. „Ich habe zwei weitere Rezepturen fertig entwickelt“, sagt Polakovski. „Dabei handelt es sich aber nicht um Gin, sondern um Spirituosen, die man hier bisher nicht beziehen kann.“ Mit seinem Start-up wolle er sie komplett neu auf dem europäischen Markt einführen. „Derzeit prüfen wir dafür aber erst die rechtliche Grundlage“, so Polakovski.

Bis dahin können die Mainzer erst einmal den neuen Gin probieren. „Man kann ihn über unsere Internetseite kaufen, offline wird es ihn bald in einigen Mainzer Gastro-Betrieben geben“, sagt Kamara. Mit dem Restaurant „Eo“ in der Rheinallee sei eine Exklusiv-Partnerschaft geplant. „Wir werden dort als einziger Gin auf der Karte stehen.“

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