Kritik an Kitahelfern: Stadt erklärt Modellprojekt

Weil die Stadt nicht ausgebildete Hilfskräfte für Kitas sucht, erntete sie Kritik. Doch was viele Kritiker nicht zu wissen scheinen: Die Idee soll zunächst nur ein Experiment sein.

Kritik an Kitahelfern: Stadt erklärt Modellprojekt

Diese Stellenausschreibung hat bei einigen Merkurist-Lesern für Irritationen gesorgt. Ende Januar hatte die Stadt öffentlich gemacht, dass Kitahelferinnen und Kitahelfer für städtische Einrichtungen gesucht werden. Eine Erzieherausbildung werde nicht benötigt, stattdessen richtete sich die Ausschreibung an Abiturienten, Studenten, Eltern oder Personen mit abgeschlossener (fachfremder) Berufsausbildung. Sowohl unter einem Facebook-Post der Stadt als auch in einem Merkurist-Snip sammelte sich Kritik.

Wie Stadtsprecherin Ellen König erklärt, handelt es sich bei den Kitahelfern um ein Modellprojekt, das die Landesverordnung zur Ausführung des Kindertagesstättengesetzes Rheinland-Pfalz ermöglicht. Zuvor hatte die Stadt das auf bis zu zwei Jahre ausgelegte Projekt mit Kitaleitungen abgesprochen und konzipiert. Bereits Ende Januar hatten zehn Kitas zugesagt, sich an dem Modellprojekt beteiligen zu wollen. Es soll also zunächst geprüft werden, ob sich das Modell der Kita-Helfer überhaupt bewährt.

Ausgebildetes Personal wird weiter gesucht

Sozialdezernent Dr. Eckart Lensch (SPD) erklärte die Maßnahme Ende Januar bereits so: „Die Kitahelferinnen und -helfer können kurzfristig bei personellen Engpässen einspringen, können im Alltag in betreuungsintensiven Zeiten, zum Beispiel beim Mittagessen, die pädagogischen Fachkräfte entlasten und haben selbst Einblick in ein neues Arbeitsfeld und die Möglichkeit, sich beruflich neu zu orientieren und sich im besten Fall sogar zum Erzieher/zur Erzieherin ausbilden zu lassen.“

Gefordert für die Position seien Interesse für die Tätigkeit, gute Deutschkenntnisse, eine gesundheitliche Eignung und kein Eintrag im erweiterten Führungszeugnis. Zudem können Kitahelfer nur sechs Monate eingesetzt werden, wobei die Stelle unter bestimmten Voraussetzungen bis zu drei Mal verlängert werden kann. Eine erste Bilanz, ob das Projekt überhaupt wie geplant funktioniert, soll nach einem halben Jahr gezogen werden. Wie Stadtsprecherin Ellen König zudem erklärt, sucht die Stadt auch weiterhin nach ausgebildeten Fachkräften für ihre Einrichtungen. Stand Anfang Februar haben sich bislang übrigens mehr als 60 Personen als Kitahelfer beworben.

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