Wo Mainz im bundesweiten Gründer-Ranking landet

In Mainz werden vergleichsweise wenige Unternehmen gegründet. Das zeigt eine neue Analyse, die die 50 größten deutschen Städte miteinander vergleicht.

Wo Mainz im bundesweiten Gründer-Ranking landet

In den vergangenen Rezessionsjahren sind in Mainz vergleichsweise wenige Unternehmen gegründet worden. Mit 13,92 Neugründungen je 1000 Einwohner belegt die Stadt Platz 30 im bundesweiten Vergleich. Das zeigt eine Analyse der Steuer-App Accountable, die auf Daten des Statistischen Bundesamtes basiert.

Damit liegt Mainz unter dem bundesweiten Durchschnitt von 15,05 Neugründungen je 1000 Einwohner. Für die Analyse wurden die 50 größten deutschen Städte in den Jahren 2023 und 2024 untersucht.

An der Spitze des Rankings stehen die nordrhein-westfälischen Städte Leverkusen mit 28,23 sowie Köln mit 22,03 und Düsseldorf mit 20,98 Gründungen. Die wenigsten neuen Unternehmen wurden hingegen in Halle (Saale) mit 10,16 und Magdeburg mit 10,29 Gründungen registriert.

Ein positives Ergebnis zeigt die Analyse aber auch: In allen 50 untersuchten Städten gab es mehr Neugründungen als Geschäftsaufgaben. In der Nachbarstadt Wiesbaden fällt der sogenannte Gründungsüberschuss mit 4,0 Prozent allerdings deutschlandweit am niedrigsten aus. Der bundesweite Durchschnitt liegt hier bei 24,31 Prozent.

Experte: Bedingungen vor Ort entscheidend

„Egal ob Handwerksbetrieb, Freelancer oder kleines Online-Business: Es braucht Menschen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, um wirtschaftliche Dynamik zu erzeugen“, kommentiert Tino Keller, Gründer von Accountable, die Ergebnisse. Dass in allen Städten mehr Unternehmen gegründet als aufgegeben wurden, sei zunächst ein positives Signal.

Gleichzeitig seien nicht alle Gründungen Ausdruck von Aufbruchsstimmung. „In einigen Fällen sind sie vielmehr eine Reaktion auf einen angespannten Arbeitsmarkt, in dem die Selbstständigkeit zunächst oft im Nebenerwerb als bessere oder sogar einzige Alternative erscheint“, so Keller.

Die Unterschiede zwischen den Städten zeigten, wie stark die Rahmenbedingungen vor Ort wirken. Als Beispiel nennt Keller die Stadt Leverkusen, deren Spitzenposition er auch auf die vergleichsweise niedrige Gewerbesteuer zurückführt. „Je einfacher und planbarer die Bedingungen für Gründerinnen und Gründer sind, desto eher entstehen neue Unternehmen – gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten“, heißt es in der Analyse.