Warum ist Gonsenheim so beliebt?

Sieger vor der Mainzer Neustadt und der Altstadt: In unserem Ranking der beliebtesten Stadtteile liegt Gonsenheim auf Platz 1. Doch warum ist das so?

Warum ist Gonsenheim so beliebt?

Dieses Ergebnis überraschte viele: Bei unserer Umfrage „Welcher Mainzer Stadtteil ist der beliebteste“ gewannen am Ende weder die Oberstadt, noch die Altstadt oder die Neustadt. Mit 18,1 Prozent der Stimmen setzte sich stattdessen Gonsenheim durch. Die Reaktionen auf das Ergebnis waren gemischt. „Überrascht? Mir Gunsenummer sind die scheenste Leut da kenne mer garnix“, kommentierte ein User unter dem Facebook-Post. Ein anderer vermutet dagegen, dass die Umfrage auf dem Gonsenheimer Juxplatz gemacht worden sei.

Tatsächlich aber stellten wir die Umfrage direkt auf unserer Seite ein. Nach dem Zufallsprinzip wurde sie den Usern angezeigt, am Ende machten mehr als 1500 mit. Nach wissenschaftlichen Maßstäben ist das zwar nicht repräsentativ, aussagekräftig ist das Ergebnis aber schon. Doch woran liegt es, dass Gonsenheim die zentral gelegenen Stadtteile hinter sich ließ? Durch Gonsenheim fließt nicht der Rhein, in Gonsenheim gibt es keine Clubs und die großen Wahrzeichen der Stadt befinden sich vor allem in der Altstadt.

Stadt in der Stadt

„Das Ergebnis überrascht mich nicht“, sagt hingegen Ortsvorsteherin Sabine Flegel (CDU). „Gonsenheim hat die perfekte Mischung aus dörflicher Struktur und städtischem Flair.“ Dazu gehörten einerseits die Erholungsgebiete Mainzer Sand, Wildpark und Gonsenheimer Wald, andererseits die gute Nahversorgung und die ÖPNV-Anbindung. „Außerdem gibt es sechs Schulen, zwölf Kindergärten und nahezu jeden Facharzt“, so Flegel.

Mit seinen 25.000 Einwohnern ist Gonsenheim also eine kleine Stadt für sich. Doch auch eine Stadt für Jüngere? Die Studentin Lisa, 24, zog im vergangenen Jahr nach Gonsenheim. „Das lag eigentlich nur daran, dass ich hier eine günstige Wohnung gefunden habe.“ Mittlerweile sei sie mit der Entscheidung mehr als glücklich. „Ich liebe Gonsenheim. Man hat den Wald vor der Haustür, den Mainzer Sand, das Gonsbachtal. Und dazu mit der Breiten Straße eine eigene Einkaufsstraße. Es ist einfach schön.“ Der einzige Minuspunkt: „Die Anbindung ist mit den Straßenbahnen schon gut. Aber es ist schade, dass mit der 68 nur ein Bus hierherfährt. Gerade nachts ist das ein Problem.“

Josef-Ludwig-Platz soll aufgewertet werden

Auch Ortsvorsteherin Flegel sieht noch Probleme. „Das äußere Erscheinungsbild Gonsenheims könnte an manchen Ecken besser sein.“ Dazu zähle etwa der Brunnen in der Koblenzer Straße, um den herum es zugewuchert sei. Auch dem Josef-Ludwig-Platz an der Breiten Straße fehle es an Charme. „Dafür haben wir jetzt aber Geld gesammelt und wollen ihn in naher Zukunft verschönern“, so Flegel. Für andere Projekte fehle der Stadt Mainz meistens das Geld.

Dem Studenten Baran, 24, ist es manchmal sogar etwas zu viel der Bauerei. „Es gibt für meinen Geschmack zu viele Neubauten in Gonsenheim“, so Baran. „Das ist aber ein relativ kleines Problem für einen sonst so schönen Stadtteil.“ Gonsenheim sei der perfekte Ort, wenn man nah an der Stadt, aber dennoch ruhig wohnen möchte. „Wie eine kleine Stadt neben Mainz. Unabhängig, aber doch verbunden.“ Sein Lieblingsplatz ist der Krongarten. „Man kann hier gut entspannen. Am besten holt man sich eine Pizza von DaSalvo, etwas zu trinken und unterhält sich mit Freunden.“

„Für meine Generation ist das kein Thema mehr“ - Student Baran

Und das, obwohl Baran eigentlich Finther ist. „Ich komme zwar aus Finthen, bin aber zum größten Teil in Gonsenheim aufgewachsen und lebe noch immer hier.“ Zwischen Finthern und Gonsenheimern gibt es immer wieder Sticheleien, vor allem in der Fastnacht. Baran mag aber beide Stadtteile. „Für meine Generation sind diese Streitereien kein Thema mehr.“

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